Keine Untersuchung

Athener Steuerfahnder „extrem sensibel“

Es gab keine politische Einmischung in die Arbeit der zurückgetretenen griechischen Steuerfahnder. Der Oberste Gerichtshof urteilte, die Experten hätten impulsiv reagiert, weitere Untersuchungen seien überflüssig.
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Ein 500-Euro-Schein wechselt den Besitzer. Quelle: dpa

Ein 500-Euro-Schein wechselt den Besitzer.

(Foto: dpa)

AthenDie vor zwei Tagen zurückgetretenen Steuerfahnder der Athener Regierung wurden nach Einschätzung eines Gerichts nicht bei ihrer Arbeit behindert. „Es gibt keine Indizien, dass von politischer Seite interveniert wurde. Deshalb ist keine weitere Untersuchung notwendig“, teilte der Oberste Gerichtshof in seinem am Freitag veröffentlichten Urteil mit. Die Steuer-Experten hätten aufgrund einer extremen Sensibilität impulsiv reagiert, stellte die Behörde weiter fest.

Der gemeinsame Abgang der Fahnder am Mittwoch hatte ein schlechtes Licht auf die griechische Regierung im Kampf gegen die weit verbreitete Steuerhinterziehung in dem angeschlagenen Euro-Mitgliedsland geworfen. Zur Begründung für ihren Rücktritt führten sie eine politische Einmischung in ihre Tätigkeit an, die sie erst im September aufgenommen hatten. Die beiden Fachleute sollten Steuersünder zur Rechenschaft ziehen. Der Steuerbetrug ist einer der Hauptgründe für die dramatische Finanzlage Griechenlands.

Der griechische Regierungschef Lukas Papademos hatte am Donnerstag eine sofortige Untersuchung angeordnet. Griechenland hat seinen internationalen Geldgebern im Gegenzug für finanzielle Hilfen versprochen, die Korruption zu bekämpfen.

  • rtr
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7 Kommentare zu "Keine Untersuchung: Griechische Steuerfahnder „extrem sensibel“"

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  • Korruption wo man hinschaut! Griechenland wie in Deutschland auch.

  • "Die" EU sollt sich mal nicht so künstlich aufregen.
    Wir unterstützen doch die Steuerflucht der reichen Griechen.
    Wenn es erlaubt ist, dass reiche Griechen in Berlin z. B. Wohnungen aufkaufen um ihr Geld aus Griechenland zu bringen, dann muß man anschließend nicht über Steuerflucht reden.

  • Seit wann sind denn Steuerfahnder Sensibelchen. Da geht es um riesige Beträge. Die Damen und Herren Steuerhinterzieher werden den beiden sensiblen Prüfern vermutlich ein Geschäft vorgeschlagen haben, das sie nicht ablehnen können…

  • das stinkt ja wohl zum Himmel

  • Für die Regierungen der EU reicht sicher die Aussage, das alles o.K. ist

    Und wenn die Reichen nicht zahlen wollen, erhöhen wir eben die Mehrwertsteuer. Jubel der Märkte ist sicher.

    Die haben in ein Wespennest gestochen.

  • Wäre ja mal interessant, auf WAS die so "sensibel" reagiert haben ...

  • Jetzt bin ich beruhigt.
    Wenn eine griechische Institution sagt, es sei alles ok, dann kann man sich auch darauf verlassen. Gut finde ich auch, dass man sich offensichtlich reichlich Zeit für eine gründliche Untersuchung genommen hat.
    "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen...." oder "Wir werden jeden Cent zurück zahlen...."

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