Keine Verstärkung
Afghanistan: US-Truppen nicht aufgestockt

Die US-Regierung will einem internen Papier zufolge die Sicherheitskräfte von Afghanistan und Pakistan im Kampf gegen Aufständische stärken und somit eine Reduzierung der eigenen Truppen erreichen. In dem Dokument, das der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch vorlag, wird als oberstes Ziel „die Zerstörung der Netzwerke von Terroristen in Afghanistan und vor allem Pakistan“ genannt.

HB WASHINGTON. Den Extremisten müsse die Möglichkeit genommen werden, im Ausland angreifen zu können. Das Papier enthält keine Angaben dazu, mehr Truppen an den Hindukusch zu schicken, um die aufständischen Taliban und die Anhänger der Islamisten-Organisation Al-Kaida zu bekämpfen. Beobachter rechnen indes damit, dass der US-Oberkommandierende der Isaf-Truppen in Afghanistan, Stanley McChrystal, um eine Aufstockung des Militärs bitten wird. In den USA sind solche Pläne jedoch umstritten. Republikanische Politiker fordern mehr Soldaten, die meisten Demokraten sind dagegen. US-Präsident Barack Obama erklärte am Mittwoch, eine solche Entscheidung erfordere Zeit.

In dem internen Dokument der Regierung wird zudem eine Stärkung von Regierung und Sicherheitskräften in Pakistan als Ziel genannt. Die internationale Gemeinschaft müsse mehr darin eingebunden werden, das Land, das über Atomwaffen verfügt, zu stabilisieren. In Afghanistan sollten die Sicherheitskräfte so gestärkt werden, dass die Hilfe des US-Militärs reduziert werden könne. In Kabul müsse eine verlässlichere und effektivere Regierung unterstützt werden, die den Einwohnern des Landes diene und schließlich so funktioniere, dass sie die innere Sicherheit mit weniger internationaler Unterstützung gewährleisten könne. Zur Stabilisierung Afghanistans müsse aber auch die internationale Gemeinschaft mehr leisten, hieß es in dem Dokument, das an den Kongress geschickt wurde.

Entsprechend plant US-Präsident Barack Obama trotz entsprechender Vorschläge seiner Militärs keine baldige Verstärkung der US-Truppe in Afghanistan. Es stehe keine rasche Entscheidung über diese Frage an, sagte Obama am Mittwoch in Washington. Zunächst müssten strategische Fragen gelöst werden, erst danach gehe es um die Truppenstärke, meinte Obama nach einem Treffen mit dem kanadischen Ministerpräsidenten Stephen Harper.

Außerdem wolle er diese Frage mit den NATO-Partnern erörtern. Zum Wahlergebnis in Kabul und den Vorwürfen einer Wahlfälschung sagte Obama lediglich, man sei dabei, die Ergebnisse zu prüfen.

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