Keine Waffenruhe
Ukrainische Armee will Donezk und Lugansk belagern

Eigentlich wollte die ukrainische Führung an den Verhandlungstisch zurückkehren. Doch nach militärischen Erfolgen gegen die Aufständischen will sie davon wenig wissen. Jetzt stehen Belagerungen bevor. Moskau schäumt.
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Kiew/MoskauInmitten der Bemühungen um eine Waffenruhe hat die ukrainische Armee mehrere Hochburgen prorussischer Separatisten zurückerobert. Staatspräsident Petro Poroschenko sprach von einem „Wendepunkt“ nach wochenlangen Gefechten und befahl die Fortsetzung der „Anti-Terror-Offensive“. Die Armee rückte am Sonntag auf die Industriestadt Donezk vor, wo sich Aufständische verschanzt halten.

Dort und in Lugansk sollen die Separatisten mit einer militärischen Belagerung zur Aufgabe gezwungen werden. „Der Strategieplan von Präsident Petro Poroschenko sieht die völlige Blockade dieser Orte bis zur Kapitulation der Banditen vor“, sagte der Vizechef des Sicherheitsrats, Michail Kowal, am Sonntag dem Fernsehsender Inter in Kiew. Er antwortete damit auf die Frage, ob die Armee die Städte bombardieren oder stürmen werde. „Wir werden einen Partisanenkrieg im Gebiet von Donezk starten“, hatte der Separatistenführer Pawel Gubarow angedroht.

Aus der Stadt Lugansk wurden am Abend bereits heftige Gefechte gemeldet. In Donezk attackierten prorussische Aufständische einen Militärstützpunkt, um Waffen zu erbeuten. Die Soldaten hätten das Feuer erwidert, sagte Armeesprecher Sergej Starenki.

Russland kritisierte die Gefechte scharf. Es sei „zutiefst beunruhigend“, dass die vereinbarten Verhandlungen der ukrainischen Führung mit den Aufständischen nicht stattgefunden hätten, sagte Außenminister Sergej Lawrow in einem Telefonat mit seinem deutschen Kollegen Frank-Walter Steinmeier (SPD).

Die Aufständischen zogen sich unter anderem aus den strategisch wichtigen Stützpunkten Slawjansk und Kramatorsk in Richtung Donezk zurück. Die Regierung sprach von „einem der größten Siege“ seit Beginn der Kämpfe Mitte April. Soldaten hissten symbolträchtig die blau-gelbe Flagge des Landes auf den Rathäusern. Poroschenko befahl, Lebensmittel in die befreiten Orte zu bringen.

Bei ihrem Vormarsch auf Donezk eroberten Regierungseinheiten am Sonntag zwei weitere Städte aus der Gewalt der militanten Gruppen zurück. Auch über Artjomowsk und Druschkowka sei wieder die blau-gelbe Flagge gehisst worden, sagte Verteidigungsminister Waleri Geletej.

Die Aufständischen wollten nicht von einer Niederlage reden. Die Kämpfer seien nicht vor der Armee geflohen, sondern sie hätten zum Schutz der Zivilbevölkerung die Stellung gewechselt, sagte der Separatistenanführer Andrej Purgin. „Unser Widerstand ist nicht gebrochen.“ Igor Girkin („Strelkow“) von der „Volkswehr“ sagte, nach dem Vorrücken der Regierungskräfte mit Artillerie, Panzerfahrzeugen und Kampfhubschraubern hätten die Kämpfer die Stellungen nicht mehr halten können. Die Aufständischen würden ihre Kräfte nun in Donezk sammeln.

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  • Die Antwort ist nicht inspirieren, langweilig und völlig ohne Fantasie. Nun aber ab ins Bett, die Schule fängt morgen früh an und so wie ich das sehe, brauchen sie noch sehr viel Unterricht.

  • Was mich an den dümmlichen, gewaltverherrlichenden und rassistischen Kommentaren eines Delta one am meisten wundert, ist das man solche eindeutig Menschenverachtenden Kommentare hier zulässt. Man sollte sich mal vorstellen, das irgend jemand, der mit den Palästinensern sympathisiert so einen Kommentar zu den Israelis schreibt. Der Nick Name sagt schon viel aus und zeigt die fortlaufende Verdummung durch Killerspiele und US Kriegsfilme. Vielleicht wird delta one ein bisschen intelligenter, wenn er die Volljährigkeit erreicht hat.

  • Eigentlich werden hier beleidigende, rassistische und gewaltverherrlichende Kommentare gelöscht, aber das Handelsblatt nimmt es wohl auch nicht mehr so genau mit manchen ethnischen Gruppen. Hab da mal zur Sicherheit eine Kopie von der Seite gemacht.

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