„Keine Zweifel an Integrität“
USA stehen zu Annan

Es gab einige Verwirrung darum, dass die USA den UN-Generalsekretär Kofi Annan nicht mehr unterstützen würden. Diese Spekulationen dürften nun von Tisch sein.

HB NEW YORK. Tagelang lief eine Kampagne konservativer US-Abgeordneter für einen Rücktritt Kofi Annans. „Niemand zweifelt an der persönlichen Integrität des Generalsekretärs“, erklärte Washingtons UN-Botschafter John Danforth am Donnerstag im Namen der US-Regierung.

Mit dieser Klarstellung solle das Missverständnis aus dem Wege geräumt werden, wonach die US-Regierung Annan nicht unterstützen würde, fügte Danforth hinzu. „Wir empfehlen den Rücktritt des Generalsekretärs nicht und wir drängen auch nicht darauf“, sagte der Botschafter. „Wir haben in der Vergangenheit mit ihm zusammengearbeitet und wir sehen einer weiteren Zusammenarbeit in der nächsten Zukunft entgegen.“

Allerdings sei eine gründliche Aufklärung des Korruptionsverdachts im Zusammenhang mit dem einstigen Irak-Hilfsprogramm der UN „Öl für Lebensmittel“ unerlässlich, betonte Danforth. „Ohne Zweifel hängt über den UN eine düstere Wolke. Der einzige Weg, die Wolke zu vertreiben, besteht darin, Sonnenlicht hereinzulassen.“ Annan hatte am selben Tag in seinem Quartalsbericht zur Lage im Irak die Unterstützung der UN für die bevorstehenden Wahlen im dem Land bekundet. Das war nach Angaben von UN-Diplomaten bei Vertretern Washingtons „mit Wohlwollen“ registriert worden.

Am Vortag hatte die 191 Mitgliedstaaten umfassende UN-Vollversammlung ihre Unterstützung für Annan demonstriert, indem alle Diplomaten sich von den Plätzen erhoben und ihm Beifall spendeten. Auch die Europäische Union und zahlreiche weitere Regierungen bekundeten Vertrauen in Annan, nachdem konservative US-Abgeordnete den Rücktritt des UN-Generalsekretärs gefordert hatten. US-Präsident George W. Bush setzte sich bislang nicht persönlich für Annan ein, der den Irak-Krieg der USA als „illegal“ kritisiert hatte.

Die Vorwürfe, wonach möglicherweise führende UN-Mitarbeiter durch das Saddam-Regime oder an dem Hilfsprogramm beteiligte Firmen bestochen wurden, werden von einer unabhängigen Ermittlergruppe untersucht. Das Team unter Leitung des früheren US-Notenbankchefs Paul Volcker war von Annan berufen worden. Es geht auch der Frage nach, wofür genau Annans Sohn Kojo von einer mit der Überwachung des Irak-Programms beauftragten Firma lange Zeit Zahlungen erhielt.

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