Kenia
Präsident lädt Oppositionschef Odinga zu Gespräch

Kenias Präsident Mwai Kibaki hat seinen Rivalen Raila Odinga für Freitag zu einem Gespräch eingeladen. Ziel der Unterredung sei es, „die Gewalt im Land zu stoppen sowie den Frieden und die nationale Versöhnung zu sichern“, erklärte Kibakis Büro.

HB NAIROBI. An dem Treffen sollen fünf weitere Mitglieder der Oppositionsbewegung ODM sowie mehrere religiöse Würdenträger teilnehmen. ODM-Mitglieder waren zunächst für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Eine internationale Vermittlung könnte nach den Worten des Oppositionschefs Odinga schon am Mittwoch beginnen. Der Vorsitzende der Afrikanischen Union (AU), John Kufuor, werde am Dienstag in Kenia eintreffen und könne am folgenden Tag seine Vermittlungsbemühungen beginnen, sagte Odinga der Nachrichtenagentur Reuters. Eine entsprechende Einladung habe Kufuor, der Präsident Ghanas ist, von Kibaki bekommen. Dies sei ein „wichtiger Durchbruch“, betonte Odinga. Die für Dienstag geplanten Proteste gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Kibaki sagte die Opposition ab, um die Verhandlungen nicht zu gefährden.

Bei den Unruhen nach der Wahl Ende Dezember kamen der kenianischen Regierung zufolge fast 500 Menschen und damit deutlich mehr als bisher vermutet ums Leben. Das teilte ein Regierungskomitee örtlichen Medien zufolge mit. Bisherige Schätzungen von Beobachtern waren von mehr als 300 Toten ausgegangen. Die Zahl der Menschen, die vor der Gewalt nach dem Urnengang geflohen sind, wurde von der Regierung mit 255 000 angegeben. Hilfsorganisationen gehen davon aus, dass die Zahlen möglicherweise noch steigen. Odinga bezifferte die Zahl der Toten auf „näher an tausend“.

Er steht unter internationalem Druck, weitere Ausschreitungen zu vermeiden. Gleichzeitig verlangen seine Anhänger von ihm, den Kampf gegen Kibaki fortzusetzen. Bei der Abstimmung vom 27. Dezember hatte zunächst alles auf einen Wahlsieg Odingas hingedeutet. Schließlich wurde jedoch Kibaki mit knappem Vorsprung zum Sieger erklärt und vereidigt. Beide Seiten erhoben Vorwürfe von Wahlbetrug. Auch internationale Beobachter erklärten, die Abstimmung sei demokratischen Standards nicht gerecht geworden. Kibaki setzte die konstituierende Sitzung des ebenfalls neugewählten Parlaments für Dienstag kommender Woche an.

Die kenianische Anwaltsgesellschaft warf den Wahlbehörden am Montag „Verlogenheit und Unfähigkeit“ vor. Sie forderte Neuwahlen, da Kibakis Vereidigung „ungültig und rechtsunwirksam“ sei.

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