Kenia
Wahlverlierer spricht von gehackten Abstimmungsdaten

Nach Auszählung von einem Großteil der Stimmen liegt Amtsinhaber Uhuru Kenyatta in Führung. Die Opposition sieht jedoch einen Wahlbetrug: Hacker seien in die Computer der Wahlkommission eingedrungen.
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NairobiLaut dem bei der Wahl in Kenia wohl unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Raila Odinga sind Hacker in die Datenbank der Wahlbehörden eingedrungen, um den „demokratischen Prozess“ zu manipulieren.
Offiziell liegt nach der Auszählung fast aller Stimmen Amtsinhaber Uhuru Kenyatta deutlich in Führung. Kenyatta kam nach Angaben der Wahlkommission nach der Auszählung von mehr als 35.000 der 40.833 Wahllokale auf rund 55 Prozent.
Die Kommission teilte nicht mit, in welchen Wahlbezirken die Stimmen schon ausgezählt worden waren, im kenianischen Fernsehen wurden Ergebnisse einzelner Gebiete gezeigt, die Kenyattas Vorsprung bestätigten.

Odinga kritisierte die Wahlkommission und die fehlende Übersicht über die einzelnen Wahlbezirke. So wisse das Land nicht, welche Bezirke ausgezählt worden seien und wie dort abgestimmt wurde, sagte Odinga. „Das System hat versagt.“

„Was hier vor sich geht, ist ein Schwindel“, sagte Odinga in einer Mitteilung am Mittwochmorgen. Es müsse sauber und glaubwürdig geklärt werden, wie die einzelnen Wahlkreise abgestimmt hätten. Die bisherigen Ergebnisse seien falsch. Sein Parteienbündnis Nasa habe ein eigenes Auszählungszentrum, sagte Odinga bei einer Pressekonferenz. Dessen Auswertung zeige, dass Nasa in Führung liege.

Die Wahlen am Dienstag waren nach Angaben von Polizei und Wahlbehörde weitestgehend friedlich verlaufen. Allerdings blieb die Lage in dem ostafrikanischen Land angespannt, Beobachter befürchteten weiterhin Unruhen. Nach den vorletzten Wahlen 2007 war eine Welle der Gewalt ausgebrochen, die mehr als 1000 Menschen das Leben kostete und rund 150.000 in die Flucht trieb.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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