Kenia
Zahl der Opfer steigt weiter an

Seit der umstrittenen Wahl in Kenia vor knapp zwei Wochen sind offiziellen Angaben zufolge über 600 Menschen durch Gewalt ums Leben gekommen. Und eine echte Lösung des Konflikts ist noch immer nicht in Sicht.

HB NAIROBI. Die Zahl der Flüchtlinge sei dagegen auf knapp 200 000 zurückgegangen, da die Menschen langsam wieder in ihre Häuser zurückkehrten, teilte eine Behördenvertreterin am Montag mit. Auch die Hilfsorganisation Catholic Relief Service ging von etwa 600 Toten aus. Diese Zahl könne jedoch weiter steigen, sagte ein Vertreter der Organisation.

Am Montag wollte zudem das Rote Kreuz neue Zahlen nennen. Bislang war von etwa 500 Toten die Rede gewesen. Augenzeugen zufolge kamen die meisten Menschen bei Kämpfen zwischen rivalisierenden Volksstämmen sowie bei Plünderungen und Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten ums Leben. Am Schlimmsten war die Gewalt wenige Tage nach der Wahl, bei der Präsident Mwai Kibaki zum Sieger erklärt und bald darauf trotz heftiger Proteste der Opposition vereidigt wurde.

Am Dienstag soll der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan nach Kenia reisen, um bei zwischen Kibaki und Oppositionsführer Raila Odinga zu vermitteln. Vergangene Woche waren Vermittlungsversuche der US-Regierung und der Afrikanischen Union fehlgeschlagen.

China wies unterdessen dem Westen die Schuld an der Krise in dem ostafrikanischen Land zu. Das westliche Konzept der Demokratie, das Afrika auferlegt worden sei, passe nicht zu den Bedingungen vor Ort und habe die „Samen für eine Katastrophe gesäht“, hieß es in einem Kommentar in der offiziellen Zeitung der Kommunistischen Partei, „People's Daily“. China umwirbt seit längerem afrikanische Regierungen, da es unter anderem am Öl und den Mineralvorkommen des Kontinents interessiert ist.

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