Kernkraft
Japanische Regierung rüffelt Akw-Betreiber Tepco

Der Austritt von Radioaktivität im weltgrößten Atomkraftwerk Kashiwazaki in Japan ist nach Angaben der Regierung in Tokio auf einen Verstoß gegen die Dienstanleitung zurückzuführen. In der still stehenden Anlage war Strahlung durch ein undichtes Ventil entwichen.

HB TOKIO. „Dieser Fehler ist entstanden, weil die Dienstvorschrift nicht befolgt wurde“, sagte Kabinettsekretär Yasushisa Shiozaki am Freitag. Das Industrieministerium werde dem Betreiber Tepco dafür eine „strenge Verwarnung“ erteilen. Das Unternehmen bezeichnete die frei gewordene Radioaktivität als ungefährlich für Menschen und Umwelt. Zu der Panne sei es wahrscheinlich gekommen, weil Arbeiter nicht vorschriftsgemäß einen Ventilator innerhalb des Gebäudes ausgeschaltet hätten.

Das von der Kapazität her größte Atomkraftwerk der Welt mit sieben Reaktoren war am Montag um ein Haar von einem Erdbeben direkt getroffen worden. Die Anlage in Kashiwazaki wurde heruntergefahren und für unbestimmte Zeit abgeschaltet. Der Betreiber der Kashiwazaki-Kariwa-Anlage hatte nach dem Beben zunächst 50 verschiedene Fälle geringer Schäden gemeldet, musste diese Zahl aber bis Freitag auf 63 erhöhen. Tepco warnte vor einer drohenden Stromknappheit in den Sommermonaten, sollte die Anlage länger vom Netz bleiben. Rund 50 Prozent der Energie in Japan stammen aus Atomkraftwerken.

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