Kernkraft und Entsorgung: Schweiz will Atommüll an deutscher Grenze lagern

Kernkraft und Entsorgung
Schweiz will Atommüll an deutscher Grenze lagern

Grenzstreit um radioaktiven Abfall: Nahe deutschem Gebiet will die Schweiz künftig ihren Atommüll endlagern. Nur noch zwei grenznahe Orte sind im Rennen bei der Standortsuche. Auf deutscher Seite formiert sich Protest.
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ZürichFreitag hat die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) ihren lang erwarteten Entscheid bekannt gegeben: Als Standort für das Schweizer Endlager für Atommüll kommen noch zwei Standorte in Frage.

Das sind Zürich Ost (bei der Gemeinde Benken, etwa 90 Kilometer südlich von Konstanz sowie Jura Ost Nahe Bözberg, etwa 50 Kilometer östlich von Lörrach. Vier weitere Gebiete wurden bei der Standort-Suche nun ausgeschlossen.

Die Nagra sucht seit 2011 nach einem geeigneten Ort für den Schweizer Atommüll. Beide gewählte Standorte sind nach Ansicht der Nagra geeignet, sowohl schwach- bis mittelradioaktive Abfälle als auch hochradioaktiven Atommüll zu lagern.

„Die Aussicht, vielleicht eines Tages in Grenznähe ein atomares Endlager der Schweiz zu haben, ist keine, nach der sich irgendwer sehnt“, erklärte ein Sprecher des Umweltministeriums von Baden-Württemberg. „Für die Akzeptanz des Verfahrens ist es wichtig, dass die Auswahl der jetzt von der Nagra vorgeschlagenen Standortgebiete Jura Ost und Zürich Nordost ausschließlich unter Sicherheitsaspekten erfolgt ist.“

Der Sprecher betonte, dass mit dem Vorentscheid der Nagra noch kein definitiver Beschluss zum Bau eines Endlagers erfolgt sei. „Vor allem bei der dem Bundesratsentscheid vorlaufenden dreimonatigen öffentlichen Anhörung in 2016 erwarten wir, dass den deutschen und Schweizer Beiträgen in gleichem Maße Rechnung getragen wird“, hieß es.

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  • Die KKW werden hier noch benötigt nachdem Merkel ohne gesetzliche Grundlage die unseren abschalten ließ, was uns nun etliche Hundert Milliarden Euro an Schadenersatz kosten wird. Nebenbei liegen hier in vielen offenen Lagern strahlende Reste herum, weil man verbietet, diese sicher zu vergraben. So ist das komplette Kernkraftversorgungsprogramm durch die Idiotie von Gutmenschen und ihren Politikern zu einer miesen Komödie verkommen, die dazu unendlich teier ist und weiter zu werden verspricht.

  • Abseits eines ökoreligiösen Atomstrahlenglaubens, den die Baden Württemberg Grünen verbreiten, sind wahrscheinlich lediglich einige Anwohner durch die Transporte betroffen. Im Gegenzug dürfte der Steuerfuss der Gemeinde sinken* und dies mehr als ausgleichen.

    Tonlagerstätten sind weniger ideal zur Lagerung hochradioaktiver Abfälle geeignet als die in D präferierten Salzstöcke, allerdings bieten diese gleichfalls eine Abschirmung gegenüber der Biosphäre.

    Der Worst Case einer solchen Lagerstätte ist, dass sich diese aufgrund ändernder geologischer Bedingungen im Laufe von Jahrzehntausenden/Jahrmillionen auflöst und die dann mittlerweile leicht radioaktiven Abfälle im Laufe von Jahrtausenden gelöst werden. Damit dürften in diesem sehr unwahrscheinlichen Fall die Bäche zum Rhein hin (wenn es den noch gibt) ähnlich radioaktiv sein wie die Bäche die aus dem (mit natürlichen Uranlagerstätten versehenen) in D angrenzenden Schwarzwald.

    *In der Schweiz legen jeweils die Gemeinden ihre Steuersätze fest die sich dann zur kantonalen und der Bundessteuer addieren. Insgesamt betragen die Steuersätze im Kanton Zürich ca. 1/3 der Deutschen Steuern.

  • Der Standort Benken ist der Geologie geschuldet. Die Schweiz verfügt nicht über Salzlagerstätten (Gorleben, Asse, Morsleben) die technisch gesehen ideal sind. Deshalb hat man sich für Ton entschieden.

    Deutschland ist einige Km entfernt und dürfte demzufolge nicht von dem Endlager profitieren. Die Wertschöpfung verbleibt in der Schweiz.

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