Kerry beendet Besuch
China zu mehr Druck auf Nordkorea bereit

Im Ringen um Nordkoreas Atomwaffenprogramm ziehen China und die USA an einem Strang. Wie sie das Regime in Pjöngjang aber zurück an den Verhandlungstisch holen können, bleibt eine offene Frage.
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PekingChina will stärker auf Nordkorea einwirken, um neue Verhandlungen mit dem Ziel einer atomaren Abrüstung seines Nachbarn zu erreichen. Die chinesische Seite sei bereit, „zusätzliche Schritte“ zu unternehmen, wenn Nordkorea nicht ernsthaft über ein Ende seines Atomwaffenprogramms verhandeln wolle, sagte US-Außenminister John Kerry zum Abschluss seiner Gespräche in Peking. Vor dem Abflug nach Indonesien, der dritten Station seiner Asienreise, besuchte Kerry am Samstag ein amerikanisch-chinesisches Motorenwerk in der chinesischen Hauptstadt.

In seinen Gesprächen in Peking habe die chinesische Seite „klar gemacht, dass sie ein Atomprogramm langfristig nicht zulassen würden“. Peking sei entschlossen, auf eine Beseitigung der nordkoreanischen Atomwaffen hinzuarbeiten, sagte Kerry. Sein Amtskollege Wang Yi Yi versicherte ihm, weder Instabilität noch Krieg auf der koreanischen Halbinsel zulassen zu wollen. „China meint es ernst damit“, sagte Wang Yi laut Staatsmedien.

Doch chinesische Experten zeigten sich skeptisch, wie Nordkorea wieder an den Verhandlungstisch zurückgeholt werden kann. „Die Sache ist sehr kompliziert“, sagte der renommierte Professor Shi Yinhong von der Volksuniversität der Nachrichtenagentur dpa in Peking. „Sowohl Cina als auch die USA wissen sehr wenig, was in Nordkorea vorgeht.“ Beide könnten nur hoffen, dass Pjöngjang zu den Verhandlungen zurückkehre. Es sei schwer zu sagen, welche Politik die USA und China ergreifen könnten.

Mit Blick auf die Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Nordkorea hatte Kerry die chinesische Seite aufgefordert, „jeden Hebel anzusetzen“, um das Regime in Pjöngjang zu Verhandlungen und zur atomaren Abrüstung zu bewegen. Professor Shi Yinhong dämpfte aber die Erwartungen: „Die Erfahrung der vergangenen Jahre hat beweisen, dass Chinas Einfluss sehr begrenzt ist.“

Auf der fünften Asienreise seit seinem Amtsantritt vor einem Jahr hatte Kerry zuvor schon Südkorea besucht. Neben den Sicherheitsfragen in Asien sowie Chinas Territorialstreitigkeiten mit seinen Nachbarn im Südchinesischen und Ostchinesischen Meer standen die Bemühungen im Klimaschutz auf dem Programm. Der Klimawandel werde auch ein wichtiges Thema seines Besuches in Jakarta werden, sagte Kerry, der am Montag seinen indonesischen Amtskollegen treffen wird.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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