Kerry kritisiert Bushs Politik
US-Wahlkampfzirkus geht los

Der US-Wahlkampf geht in die heiße Phase: Den Auftakt machen vier Werbespots, die Bush als krisenerprobten Präsidenten darstellen, der das Land in schwierigen Zeiten mit sicherer Hand geführt hat. In einem der am Mittwoch vorgestellten Spots werden Bilder des zerstörten World-Trade-Centers in New York nach den Anschlägen am 11. September 2001 gezeigt.

HB WASHINGTON. „Die vergangenen Jahre haben Amerika in vielerlei Hinsicht auf die Probe gestellt“, sagte ein Sprecher dazu. „Einige Herausforderungen waren bekannt. Andere waren ohne Beispiel. Aber Amerika hat sich den Herausforderungen gestellt.“ Ein anderer Fernsehspot verweist auf die wirtschaftlichen Probleme seit Bushs Amtsübernahme, darunter der Rückgang der Aktienkurse und eine Rezession. Die Wende sei nun aber geschafft. Die Filme sollen ab Donnerstag in 16 Bundesstaaten gezeigt werden, die als entscheidend für die Präsidentenwahl im November gelten - in der Bush-Kampagne werden dafür 4,5 Millionen Dollar ausgegeben. Insgesamt stehen Bush 100 Millionen Dollar für seinen Wahlkampf zur Verfügung.

Kerry warf dem Amtsinhaber am Mittwoch vor, Versprechen gebrochen zu haben. „Ich bin sicher, jeder erinnert sich an das sehr bewegende Bild von George Bush am Ground Zero in New York, aber auch an die Versprechen, die gemacht wurden“, sagte Kerry. Bush habe stattdessen der Feuerwehr, der Polizei und anderen Rettungskräften die Mittel gekürzt. Der Senator aus Massachusetts erneuerte seine Kritik an der Irak-Politik des Präsidenten. „Ich glaube nicht, dass es in diesem Raum eine Person gibt, die glaubt, dass der Krieg das letzte Mittel war.“ Kerry kündigte an, als Präsident werde er nicht nur Lasten, sondern auch Verantwortung mit der internationalen Gemeinschaft teilen und sich um Hilfe beim Wiederaufbau des Landes bemühen.

Kerry hatte am Dienstag die Vorwahlen der Demokraten in neun weiteren Bundesstaaten für sich entschieden, darunter in den bevölkerungsreichen Staaten New York und Kalifornien. Seine Nominierung auf dem Parteitag der Demokraten im Juli gilt nur noch als Formsache. Mit dem Erfolg bei den Vorwahlen beginnt für Kerry auch die Suche nach einem Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten. Bis eine Entscheidung fällt, werden voraussichtlich noch Monate vergehen, aber unter Polit-Strategen der Demokraten und bei Fernseh-Talkshows wurden dennoch intensiv Namen diskutiert. Genannt werden unter anderem Senator John Edwards, der seine Bewerbung um die demokratische Nominierung am Mittwoch offiziell zurückzog, der Senator aus Florida Bob Graham sowie der Gouverneur von New Mexico, Bill Richardson. Kerry ließ sich nicht in die Karten schauen. „Ich habe keine Liste“, sagte er. Der Auswahlprozess sei sehr persönlich und solle im Stillen und mit Würde ablaufen.

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