Kerry muss mehr Vertrauen wecken
Parteitag der Demokraten soll die US-Wahl entscheiden

Auf einem viertägigen Parteitag in Boston möchte Präsidentschaftskandidat John F. Kerry endgültig die Weichen für den Wahlsieg stellen. Doch ob ihm dies gelingt, ist fraglich. Viele Amerikaner haben noch immer ein größeres Vertrauen zu dem patriotischen George W. Bush, als zu seinem verschlossenen, emotionslosen Konkurrent John F. Kerry.

HB WASHINGTON. Gepsannt schaut ganz Amerika nach Boston. Denn dort will Senator John F. Kerry ab Montag die Weichen für den Wahlsieg über den heftig kritisierten Präsidenten George W. Bush stellen. Ein rauschender Parteikonvent der Demokraten mit Showstars und Parteigrößen ihm dabei helfen. „Amerika muss wieder Amerika werden“ - mit diesem Appell will Kerry das vor allem wegen des Irakkriegs tief gespaltene Amerika einen. „Stärker zu Hause, respektiert in der Welt“ soll die Botschaft des Parteitags lauten - und damit der Sehnsucht vieler US-Bürger nach einem starken, sicheren, aber auch weniger verhassten Amerika entgegen kommen.

Die Bühne für Kerry, der hier formell die demokratische Präsidentschaftskandidatur annehmen wird, ist bereitet. 75 Millionen Dollar soll der Parteitag kosten. Die idyllische Stadt an der Ostküste, die 36 000 Delegierte, Lobbyisten und Journalisten erwartet, wird aus Terrorangst zu einer streng bewachten Festung. Das pompöse, viertägige Parteifest mit all den Fahnen, Luftballons und Konfetti ist von Hollywood-Regisseuren und Parteistrategen minutiös geplant.

Von den Ex-Präsidenten Jimmy Carter und Bill Clinton werden kämpferische Reden erwartet. Vietnamkriegs-Gefährten Kerrys, das heimliche Parteiidol Hillary Clinton oder Ron Reagan, Sohn des republikanischen Ex-Präsidenten, sollen Emotionen wecken, die Gemüter bewegen.

Aber die Demokraten sorgen sich, ob Kerry es trotz allen Überdrusses an Bush schaffen kann. Zwar gibt es weit verbreitet eine „ABB“-Stimmung - „Anybody but Bush“. Aber das reiche für Kerry nicht, so der Radiosender NPR. „Die Amerikaner scheinen noch immer nicht sonderlich begeistert von Kerry zu sein“, schrieb die „New York Times“. Dabei könnte Kerry optimistisch sein. Spendengelder fließen reichlich. Die Zahl der Bush-Gegner ist ständig gewachsen, Bücher gegen Bush sind Bestseller, der Michael-Moore-Film „Fahrenheit 9/11“ ein Kassenschlager. Bei Umfragen liegt Kerry gleichauf mit Bush, manche Institute sehen Kerry sogar vorn.

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