Kerry trifft Irans Außenminister
Atomgespräche stehen kurz vor dem Durchbruch

Die Hoffnung auf eine Einigung bei den Atomgesprächen nimmt zu: John Kerry reist für ein Treffen mit Irans Außenminister überraschend nach Genf. US-Medien spekulieren bereits über einen Durchbruch am Freitag.
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WashingtonBei den Atomgesprächen mit dem Iran deutet sich nach jahrelangem Stillstand möglicherweise ein erster Durchbruch an. US-Außenminister John Kerry will nach Informationen des TV-Senders NBC am Freitag überraschend nach Genf reisen und dort den iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif treffen.

Er komme auf Einladung der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton nach Genf, die die Gespräche zwischen dem Iran sowie den fünf UN-Vetomächten und Deutschland koordiniere, hieß es im US-Außenministerium. Zuvor war aus diplomatischen Kreisen verlautet, Kerry könnte nach Genf reisen, wenn eine Vereinbarung mit dem Iran in Reichweite sei. US-Präsident Barack Obama stellte dem Iran eine moderate Lockerung der Sanktionen in Aussicht, wenn die Verhandlungen zu konkreten Schritten zur Beilegung des Atomstreits führten

Sollte die Islamische Republik mit "konkreten, verifizierbaren Maßnahmen" auf die Bedenken der internationalen Gemeinschaft eingehen, würden die fünf UN-Vetomächte und Deutschland "begrenzte, gezielte und umkehrbare Erleichterungen" in Betracht ziehen, die aber nicht den Kern der "Sanktionsarchitektur" beträfen, sagte Obamas Sprecher in Washington. Er betonte aber auch, dass die "moderaten" Sanktionserleichterungen zurückgenommen und stattdessen schärfere Strafmaßnahmen erlassen werden würden, sollte der Iran keine Fortschritte bei seinem Atomprogramm nachweisen.

Der Iran bewertete den Verlauf der Gespräche vorsichtig optimistisch. Bislang liefen die Gespräche gut, sagte Außenminister Mohammed Dschawad Sarif. "Wir machen Fortschritte, aber es ist hart." Aus der EU-Delegation verlautete am Abend in Genf, dass beide Seiten Fortschritte erzielt hätten. Die EU-Außenbeauftragte Ashton werde am Freitag den iranischen Außenminister zum Gespräch treffen, um über Details einer möglichen Einigung zu beraten.

Seit dem Amtsantritt des als gemäßigt geltenden iranischen Präsidenten Hassan Ruhani im Sommer hat es eine Reihe von Annäherungssignalen zwischen dem Westen und dem Iran gegeben. Allerdings gibt es in Kernfragen bislang keine konkreten Hinweise auf ein Einlenken der Führung in Teheran.

Westliche Unterhändler drängen die neue Teheraner Führung zu einer Übergangslösung, um Zeit für eine friedliche Beilegung des gefährlichen Streits zu gewinnen.

In Genf verhandelt seit Donnerstag die sogenannten 5+1-Gruppe - bestehend aus den fünf UN-Vetomächten China, Großbritannien, Frankreich, Russland und den USA sowie Deutschland - mit dem Iran.

Nach Angaben der Zeitung „Wall Street Journal“ könnte eine erste Einigung möglicherweise bereits an diesem Freitag bekanntgegeben werden. Dies wäre ein erster Durchbruch seit Jahrzehnten. Kerry wolle dabei „dabei helfen, Differenzen bei den Verhandlungen einzugrenzen“, beichtete das Blatt aus Genf.

Beide Seiten seien bereit, einen Entwurf für eine erste Einigung auszuarbeiten, hieß es unter Berufung auf westliche und iranische Beamte. Allerdings könne das Vorhaben auch noch scheitern. Kerry war am Donnerstag noch auf Nahostreise in Israel.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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