Kerry und Kishida in New York
USA und Japan vereinbaren neue Verteidigungsrichtlinien

Japan und die USA rücken militärisch enger zusammen: Erstmals nach 18 Jahren haben die Staaten ihre Verteidigungsrichtlinien geändert. Die Maßnahme könnte mit Blick auf Nordkorea wie auch China vorangebracht worden sein.
  • 0

New YorkDie USA und Japan arbeiten künftig noch enger militärisch zusammen und haben dazu neue Verteidigungsrichtlinien vereinbart. Danach kann Japan notfalls nicht nur sich selbst verteidigen, sondern auch Verbündete wie die USA, wie US-Außenminister John Kerry am Montag in New York nach einem Treffen mit seinem Kollegen Fumio Kishida sagte.

Es handelt sich um die ersten Änderungen der Verteidigungsrichtlinien seit 18 Jahren. Geplant ist unter anderem der Abbau geografischer Beschränkungen für die Bewegungen japanischer Streitkräfte. Japan hatte im Januar vor dem Hintergrund des Inselstreits mit China eine Aufstockung seines Militärhaushalts auf Rekordhöhe angekündigt.

Kerry betonte, dass die USA die japanische Hoheit über die Inseln im Ostchinesischen Meer anerkennen und dass maritime Sicherheit nicht den „Launen großer Staaten“ ausgesetzt werden dürfe - eine offenkundige Anspielung auf China.

US-Verteidigungsminister Ashton Carter trat aber der Auffassung entgegen, dass es sich bei den Richtlinien um eine direkte Antwort auf das Verhalten Chinas handle, und verwies auf die Notwendigkeit der Kooperation mit Blick auf Nordkorea. „Dies befasst sich mit einer viel weiteren Welt und einer viel weiteren Palette von Umständen“, sagte Carter.

Kerry und Carter trafen ihre Kollegen Fumio Kishida und Gen Nakatani, um den genauen Wortlaut der neuen Richtlinien festzulegen, bevor der japanische Premierminister Shinzo Abe am Dienstag im Weißen Haus zu Besuch ist. Geplant ist auch eine bessere Zusammenarbeit in den Bereichen Weltraum- und Cyber-Sicherheit.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kerry und Kishida in New York: USA und Japan vereinbaren neue Verteidigungsrichtlinien"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%