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Khaled el Masri: Gerichtshof erkennt schwere Grundrechtsverletzung an

Wochenlang wurde der Deutsch-Libanese Khaled el Masri im Jahr 2003 nach seiner Verhaftung in Mazedonien verhört. Anschließend wurde er der CIA überstellt. El Masri wehrte sich nachträglich und klagte – mit Erfolg.

Khaled el Masri im Landgericht in Memmingen in Verhandlungssaal im März 2010. Quelle: dapd
Khaled el Masri im Landgericht in Memmingen in Verhandlungssaal im März 2010. Quelle: dapd

StraßburgDer Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat die Überstellung Khaled el Masris durch Mazedonien an den US-Geheimdienst CIA als schwere Grundrechtsverletzung anerkannt. Die Richter in Straßburg sprachen am Donnerstag dem Familienvater aus Neu-Ulm ein Schmerzensgeld in Höhe von 60.000 Euro zu. El Masri (49) hatte über menschenunwürdige Behandlung vor fast zehn Jahren in Mazedonien geklagt. Dies war seine letzte Chance, eine Entschädigung für die brutale Behandlung und die Verschleppung zu bekommen.

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Der Deutsch-Libanese war 2003 in Skopje von der Polizei festgenommen worden. Nach wochenlangem Verhör wurde er dem US-Geheimdienst übergeben. Die CIA hatte El Masri wegen mutmaßlicher Verbindungen zu Terrornetzwerken nach Afghanistan gebracht. Dort wurde er über vier Monate in einem Gefängnis festgehalten und misshandelt, bevor man ihn freiließ. Der Fall hatte ab 2004 in Deutschland großes Aufsehen erregt.

 

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