Kidnapper stellen Ultimatum: Irak-Geiseln sind in allergrößter Gefahr

Kidnapper stellen Ultimatum
Irak-Geiseln sind in allergrößter Gefahr

Der arabische Sender Al Dschasira hat am Dienstagabend ein neues Video mit den im Irak verschleppten deutschen Ingenieuren ausgestrahlt. Darin stellen die Entführer der Bundesregierung erstmals ein Ultimatum. Sie drohen mit der Ermordung ihrer Geiseln, sollten innerhalb einer 72-stündigen Frist ihre Forderungen nicht erfüllt werden.

HB BERLIN. Zu der ungewissen Frage, wann das Ultimatum ausläuft, wollte das Auswärtige Amt in Berlin am Mittwoch keine Angaben machen. Das Band ist auf den 29. Januar datiert, so dass das Ultimatum bereits heute auslaufen könnte. Der Krisenstab komme am Morgen unter Leitung von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zusammen, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Danach werde Steinmeier das Kabinett informieren. Die Experten werteten die Videobilder sorgfältig aus.

In dem vom arabischen Fernsehsender Al-Dschasira ausgestrahlten Video drohten die Entführer damit, die beiden aus Sachsen stammenden Ingenieure zu töten. Von Deutschland verlangten sie ein Ende der Zusammenarbeit mit der irakischen Regierung und eine Schließung der Botschaft in Bagdad. Zudem forderte die Gruppe, die sich Ansar al-Tauhid Wa-Sunna nennt, den Abzug aller deutschen Unternehmen aus dem Irak. Das Band zeigt René Bräunlich und Thomas Nitzschke vor mehreren maskierten Männern, die ihre Waffen auf die Deutschen gerichtet hatten.

Steinmeier will das Bundeskabinett am Mittwochmorgen über die jüngste Entwicklung im Fall der beiden entführten Deutschen im Irak unterrichten. Zuvor wird der Minister nach Angaben eines Sprechers an einer Sitzung des Krisenstabs im Auswärtigen Amt teilnehmen. Der Minister wurde in der Nacht aus London zurück in Berlin erwartet.

Die beiden Ingenieure waren vor gut einer Woche in der Industriestadt Baidschi 180 Kilometer nördlich von Bagdad entführt worden. Vergangenen Freitag war ein Video mit einem ersten Lebenszeichen der Geiseln ausgestrahlt worden. Das Auswärtige Amt bezeichnete die Bilder als Zeugnis eines menschenverachtenden Verbrechens.

Im Irak haben Aufständische wiederholt Ausländer als Geiseln genommen, um deren Regierungen zu erpressen. Von Gegnern des US-geführten Irak-Krieges forderten sie ein Ende der Unterstützung der irakischen Regierung. Von US-Verbündeten wie Italien oder Großbritannien verlangten sie einen Abzug ihrer Truppen. Bei einigen Entführern soll es sich aber auch um Kriminelle handeln, die auf Lösegeld aus sind.

Als erste Deutsche im Irak war Ende November vorigen Jahres die Archäologin Susanne Osthoff entführt worden. Sie wurde kurz vor Weihnachten wieder freigelassen. Nach unbestätigten Medienberichten soll ein Lösegeld von fünf Mill. Dollar gezahlt worden sein.

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