Kim Jong Un unter Druck
Nordkorea sendet Entspannungssignal an Südkorea

Beide Koreas haben sich auf die ersten direkten Gespräche seit Februar 2011 geeinigt. Das Treffen könnte den Weg für eine Entspannung ebnen. Ob es jedoch zu einem dauerhaften Dialog kommt, ist weiterhin unklar.
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SeoulDer Schritt hatte sich schon abgezeichnet, trotzdem waren Beobachter von Nordkoreas Vorschlag über offizielle Gespräche mit Südkorea überrascht. Das für die Beziehungen zum Nachbarland zuständige Komitee des stalinistischen Regimes in Pjöngjang schlug Verhandlungen über humanitäre Fragen und Wirtschaftsprojekte einschließlich der Normalisierung des Betriebs des geschlossenen gemeinsamen Industrieparks von Kaesong vor.

Die Experten sind sich einig, dass mit solchen Gesprächen der Anfang für eine deutliche Entspannung auf der koreanischen Halbinsel gemacht wäre. Ob sich daraus ein dauerhafter Dialog entwickelt, lässt sich jedoch angesichts der ungelösten Fragen, insbesondere des Konflikts um das nordkoreanische Atomprogramm, noch nicht voraussagen.

Zunächst hatte Pjöngjang seine kriegerischen Töne der vergangenen Monate schrittweise heruntergefahren. Sowohl Nordkorea als auch die USA sprachen zudem öffentlich über Möglichkeiten eines Dialogs. Auch wollte Pjöngjang wieder mit Südkorea über die Normalisierung der Arbeit des Kaesong-Komplexes auf seinem Gebiet reden - zunächst aber eben nur mit den betroffenen südkoreanischen Fabrikbesitzern. Jetzt ging es überraschend auf den Vorschlag Seouls über Regierungsgespräche ein.

Beobachter sehen ein bekanntes Muster Nordkoreas, nach der Verschärfung von Spannungen wieder Entspannungssignale auszusenden. Als ein Teil seiner jüngsten „Friedensoffensive“ sieht etwa der Experte Cheong Seong Chang vom südkoreanischen Sejong-Institut den Besuch des nordkoreanischen Gesandten Choe Ryong Hae im Mai in Peking.

Zum einen steht Pjöngjang unter starkem internationalen Druck. Die Annahme des südkoreanischen Gesprächsangebots sei nicht zuletzt auf den Druck Chinas und die verschärften UN-Sanktionen wegen seines Atomtests im Februar zurückzuführen, glauben Beobachter. So machte auch China deutlich, dass Nordkoreas Provokationen gegen die internationale Gemeinschaft nicht ungestraft bleiben können.

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