Kinofilm verärgert Schmuckbranche
EU will Handel mit Diamanten sauber machen

Die EU will die dunkle Seite des Diamantenhandels wirksamer bekämpfen. Das kündigte Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner am Dienstag an. Der Zeitpunkt könnte nicht passender sein, denn immerhin ein Fünftel des Jahresumsatzes landet unter dem Weihnachtsbaum.

BRÜSSEL. Pünktlich zu Weihnachten ist in den Kinos der USA ein Hollywood-Thriller angelaufen, der die Diamantenindustrie mächtig verärgert: „The Blood Diamond“ heißt der Streifen, Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio spielt einen Schmuggler, der während des Bürgerkriegs in Sierra Leone Ende der neunziger Jahre Rohdiamanten gegen Waffen tauscht. Die Branche um Weltmarktführer De Beers befürchtet, der imageschädigende Film über die „Blutdiamanten“ könnte ihr das Geschäft verderben, denn gerade vor Weihnachten läuft das Geschäft besonders gut.

Am Dienstag hat die Europäische Union nachgelegt. Ebenfalls rechtzeitig zur Bescherung kündigte Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner an, die EU wolle die dunkle Seite des Diamantenhandels wirksamer bekämpfen. Die Brüsseler Kommission übernimmt am 1. Januar turnusgemäß den Vorsitz eines internationalen Kontrollsystems für den Diamantenhandel. Gegründet 2003 und nach Südafrikas bekanntester Diamantenmine „Kimberley-Prozess“ genannt, soll es die Ein- und Ausfuhr der teuren Steine überwachen. Nur Diamanten mit einem Herkunftszertifikat dürfen weltweit gehandelt werden. Mitglied des freiwilligen Zusammenschlusses sind 71 Länder. Die Industrie, besorgt um ihren Ruf, unterstützt das System. Auch Menschenrechtsgruppen sind beteiligt.

In den drei Jahren seines Bestehens hat der Kimberley-Prozess beachtliche Fortschritte erzielt, die Finanzierung von Bürgerkriegen durch den illegalen Diamantenhandel zu beenden. Nach Angaben von De Beers machen „Blutdiamanten“ heute 0,2 Prozent des Welthandels mit Rohdiamanten im Wert von elf Mrd. Dollar aus, Ende der neunziger Jahre seien es noch vier Prozent gewesen, Nichtregierungsorganisationen sprachen sogar von 15 Prozent. Ehemalige Bürgerkriegsländer mit Diamantenvorkommen wie Angola, Sierra Leone und die Demokratische Republik Kongo sind inzwischen Mitglied des Kimberley-Abkommens.

Seite 1:

EU will Handel mit Diamanten sauber machen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%