HB BISCHKEK. Die Polizei löste die Demonstration auf und riegelte das Gebiet rund um das Gebäude ab, in dem der Generalsekretär der Vereinten Nationen eine Rede halten sollte. Kurz zuvor hatte sich Ban nach Angaben eines Uno-Mitarbeiters bei einem Treffen mit dem kirgisischen Außenminister Kadirbek Sarbajew besorgt über das Vorgehen der Behörden gegen unabhängige Medien gezeigt. Vor wenigen Tagen hatte die Polizei die Ausrüstung einer lokalen Fernsehanstalt beschlagnahmt, die somit de facto nicht mehr senden kann. Die Opposition kritisierte dies als einen Angriff auf die Pressefreiheit.
"Wir wollen, dass Ban Ki Moon endlich seine Aufmerksamkeit auf das richtet, was hier passiert", sagte die Demonstrantin Asija Sasikbajewa. "Die Menschenrechte werden verletzt. Kirgistan unterdrückt sein eigenes Volk." Es gebe keine Pressefreiheit in der ehemaligen Sowjet-Republik und somit keine Möglichkeit, sich abseits der offiziellen Medien zu informieren. Mehrere unabhängige Internet-Seiten und Radiosender können in dem zentralasiatischen Land seit Anfang März nicht mehr hochgeladen beziehungsweise empfangen werden. Ende vergangenen Jahres wurden zwei prominente Journalisten in der Region getötet.