Klagen über bürokratische Hindernisse
Deutsche Firmen geben China gute Noten

Deutsche Firmen geben China anderthalb Jahre nach dessen Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) gute Noten, beklagen aber, dass es in wichtigen Bereichen noch zu wenig Fortschritt und zu große Behinderungen durch die Behörden gebe. Der Delegierte der deutschen Wirtschaft in Schanghai und die deutsche Kammer in China hatten im März 1420 deutsche Unternehmen zu ihren Erfahrungen in der Volksrepublik befragt. Zwei Drittel gaben an, seit dem Beitritt zur WTO habe sich das Geschäftsklima in China verbessert. Vier von fünf deutschen Firmen sehen sogar einen positiven Einfluss auf ihr eigenes Geschäft.

mg PEKING. Doch so eitel Sonnenschein, wie die Zahlen suggerieren, herrscht offenbar doch nicht. „Eine Reihe von Hürden bleibt für ausländische Firmen in China“, stellt der Bericht, der jetzt zu der Umfrage veröffentlicht wurde, fest. Demnach sind nach Einschätzung der Befragten zwar Handelsbarrieren, Investmenthindernisse und Korruption auf dem Rückzug, doch ein Mangel an Transparenz bei den Regulierungen, rechtliche Unsicherheit und lokaler Protektionismus „stellen weiterhin ernste Probleme dar“. So geben 64 % der Firmen an, dass es „immer noch beträchtliche Importbeschränkungen gibt“.

Satte 41 % sind der Meinung, dass importierte Produkte strikteren Qualitätsprüfungen ausgesetzt werden als vergleichbare lokale Erzeugnisse. Auch seien häufig zusätzliche Lizenzen und Dokumente erforderlich, die Tarifbemessung falle oft unfair aus. Nur jedes fünfte deutsche Unternehmen in China ist der Umfrage zufolge zufrieden mit den verfügbaren Informationen über die Implementierung von Chinas WTO- Zusagen. Allerdings gibt auch mehr als jedes dritte an, die verfügbaren Quellen nicht genutzt zu haben. „Die Firmen scheinen nicht besonders gut darüber informiert zu sein, wo sie die nötigen Informationen bekommen“, folgern Kammer und Delegiertenbüro, die hier möglicherweise ihre eigene Informationspolitik unter die Lupe nehmen müssen.

Das Ausmaß der Produktpiraterie gilt noch immer als bedenklich, was sich auch in einer großen Medienresonanz widerspiegelt. Allerdings geben vier von zehn Unternehmen an, durch Plagiate gar nicht beeinträchtigt zu werden. Und fast jedes zweite Unternehmen gibt an, dass die chinesischen Behörden seit dem WTO-Beitritt mit unveränderter Härte gegen Raubkopierer und Markenpiraten vorgehen.

Der Bericht gibt auch interessante Einblicke in das Engagement deutscher Unternehhmer in China. 51 % investieren in ein Geschäft, das ihnen ganz allein gehört, nur 35 % in Joint Ventures. „Nach Chinas WTO- Beitritt nahm die Zahl der zu 100 % im Eigenbesitz befindlichen Gesellschaften zu“, heißt es in dem Bericht.

61 % der deutschen Firmen in China sind in der Industrieproduktion tätig, 32 % im Servicebereich. Jedes dritte Produktionsunternehmen macht bis zu 90 % seines Umsatzes mit dem Verkauf der Waren in China. Deutsche Handelsfirmen verdienen ihr Geld überwiegend mit dem Import von Gütern nach China. Doch in jüngster Zeit nehmen die Einkäufe in China für Geschäfte in Deutschland massiv zu, berichtet der Unternehmensberater Jürgen Kracht in Hongkong.

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