Klare Worte
Australiens Premier will Putin-Entschuldigung für MH17-Absturz

Zur Brust werde er sich den Kreml-Chef nehmen, kündigte Australiens Premierminister Tony Abbott an. Er macht Russland für den Absturz von MH17 verantwortlich. In Peking redet er dann tatsächlich Tacheles.
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PekingAustraliens Regierungschef Tony Abbott hat in seiner angekündigten Konfrontation mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin in Peking nach Medienberichten kein Blatt vor den Mund genommen. Er habe Putin eine Entschuldigung wegen des Absturzes von MH17 über der Ostukraine nahegelegt, berichteten australische Medien unter Berufung auf eine Sprecherin des Regierungschefs.

MH17 mit 298 Menschen an Bord war am 17. Juli über der Ostukraine abgestürzt. Australien ist überzeugt, dass prorussische Rebellen die Maschine mit einer russischen Rakete abschossen. An Bord waren auch 38 Australier und dort lebende Ausländer.

Mit Blick auf den Abschuss eines iranischen Flugzeugs 1988 sagte die Sprecherin: „Der Premierminister sagte, die USA hätten sich, nachdem sie aus Versehen eine Passagiermaschine abgeschossen hatten, entschuldigt und angemessene Entschädigung gezahlt“, zitierte sie das Nachrichtenportal des Medienhauses News Corp Australia. „Er empfahl Präsident Putin, diesem Beispiel zu folgen.“

Putin weist die Schuldvorwürfe zurück. Die Separatisten hätten nie russische Militärhilfe erhalten. Die Ukraine sei für die Tragödie verantwortlich, weil sie den Luftraum nicht sperrte. Das russische Präsidialamt twitterte nach dem Treffen mit Abbott lediglich, beide Seiten hätten sich für eine schnellere Aufklärung der Tragödie ausgesprochen.

Abbott und Putin, die sich zum Asien-Pazifik-Gipfel (Apec) in China aufhalten, sehen sich am kommenden Wochenende erneut - beim G20-Gipfel der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer im australischen Brisbane. Abbott ist Gastgeber.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Klare Worte: Australiens Premier will Putin-Entschuldigung für MH17-Absturz"

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  • Australiens Premierminister Abbott sollte als Mitglied v/d Nato die Ueberwachungseinzelheiten der OstUkraine fuer den betr. Zeitraum anfordern bevor er sich laecherlich macht.
    Die Nato hat den ganzen Raum i/d OstUkraine,inkl. Luftverkehr die ganze Zeit ueberwacht und konnte jeweils genau sagen wieviel russische Truppen es auf der russischen Seite gab.Nato+CIA haben die ganze Zeit die Ukraine in diesem Konflikt beraten und haben dabei auch diese Ueberwachungsdaten benutzt. Auch wurde einen MilitairGrosseinsatz von Kiev im Absturzgebiet gestartet wobei internationale Vermittler ihre Aufklaerung nicht machen konnten.Das man jetzt auf einmal nichts mehr weiss,Flugdatenauswertung so zoegerlich freigegeben wird,kann nur eines bedeuten.Es kommt der Tag dass die russischen Daten freigegeben werden und das Europa sich ganz tief schaemen wird und sich realisieren wird dass man von USA reingelegt wurde.Schaden fuer USA wenig,fuer die EU riesig

  • "...In Russland ist das nicht so ohne weiteres möglich. Da werden ja jetzt auch die i- phones verboten..."

    Nichts von (Wirtschafts-)Spionage durch NSA&Co mitbekommen? Denken Sie die I-Cloud ist ein selbstloses Geschenk? Die USA voll von uneigennützigen, auf das Gemeinwohl bedachter Kommunisten? Glauben Sie an den Weihnachtsmann?
    Es ist m.E. ein Verschwöhrungstheorie wenn man bei von Profit- und Lobby-getriebenen Medien von "Pressefreiheit" spricht. Solange die Presse vom Dollar getrieben ist, ist sie so frei wie ein Haushund.

  • Also nachdem was ich gehört habe, hat Abbott nur in der Zeitung die große Klappe gehabt, bzw. man hat ihm die großen Worte in den Mund gelegt. Da Abbott aber keinerlei Beweise hat, und die Niederländer schon lautstark die eigene Regierung und die Untersuchungskommission dafür kritisieren, dass diese mit Kiew, dem wahrscheinlicheren Täter, kuscheln anstatt aufzuklären, hat er Putin lediglich um Hilfe bei der Aufklärung gebeten. Was nun die Atlantik-Brücke wieder aus dieser Sachlage macht um diese in der FAZ und den anderen deutschen Zeitungen macht, ist was anderes. Wenn man Zeitung liest, weiß man eben nur, was in der Zeitung steht.

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