Klima-Abkommen Japan will Entwicklungsländern zehn Milliarden bieten

Nach dem Eklat mit den Entwicklungsländern bei den Klimaverhandlungen in Kopenhagen will Japan einem Zeitungsbericht zufolge zehn Milliarden Dollar an Hilfen anbieten. Die dänische Klima-Ministerin Lykke Friis hat unterdessen keine Hoffung mehr auf ein rechtlich verbindliches Abkommen als Ergebnis des Kopenhagener Klimagipfels. Die Verhandlungen gingen am Montag teilweise bis tief in die Nacht.
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HB BERLIN/KOPENHAGEN/TOKIO. Ministerpräsident Yukio Hatoyama werde die Summe am Freitag bei der Konferenz ankündigen, berichtete die japanische Tageszeitung "Shimbun" am Dienstag. Demnach will die zweitgrößte Volkswirtschaft die Summe über drei Jahre hinweg bis 2012 zur Verfügung stellen, um den Entwicklungsländern bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels zu helfen. Bislang hat der fünftgrößte Treibhausgas-Emittent über drei Jahre hinweg 9,2 Mrd. Dollar angeboten.

Bislang hat die Europäische Union bis 2012 pro Jahr 3,5 Milliarden Dollar angeboten. Die USA haben versprochen, einen fairen Anteil zu übernehmen, ohne bisher eine Summe zu nennen. Für dieses Jahr stellen sie 1,2 Milliarden Dollar bereit.

Auch die dänische Konferenzpräsidentin Connie Hedegaard kündigte am Dienstag an, sie wolle auf die Entwicklungsländer zugehen. Am Dienstagmorgen sagte sie im Rundfunksender BBC, die Forderung der amren Länder nach Beachtung des Kyoto-Protokolls solle „beachtet“ werden.

Die afrikanischen Staaten hatten die Konferenz am Vortag vorübergehend verlassen, um gegen die von Industriestaaten angestrebte Aushandlung eines neuen Vertragssystems für den Klimaschutz zu protestieren. Hedegaard verwies einschränkend darauf, dass die Gruppe der afrikanischen Länder sich vor ihrem Protest mit dem von ihr vorgebrachten Verfahrensvorschlag bis zum Konferenzabschluss am Freitag einverstanden erklärt habe.

Dänische Klimaministerin hat keine Hoffnung mehr

Die dänische Klima-Ministerin Lykke Friis hat indes keine Hoffnung mehr auf ein rechtlich verbindliches Abkommen als Ergebnis des Kopenhagener Klimagipfels. Ein juristisch verbindlicher Vertrag sei einfach nicht zu schaffen, sagte Lykke Friis am Dienstag im Deutschlandradio Kultur. Jetzt werde hart auf ein politisches Abkommen hingearbeitet, das ins Detail gehe. Dabei gehe es um Reduktionsziele und Technologietransfers ebenso wie um einen Zeitrahmen dafür, wann der politische in einen juristischen Vertrag umgewandelt werden solle.

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  • Liebes Handelsblatt, ich weiß es ist nur von Reuters übernommen, aber: "Shimbun" heißt einfach "Zeitung" auf Japanisch. bei dieser Meldung - die ich in anderen Medien noch nicht gefunden habe - wär's schon gut eine richtige Quelle zu haben.

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