Klima
China will CO2-Ausstoß senken

Chinesische Unternehmen gehören zu den größten Klimakillern. Und bisher streubte sich der chinesische Staat gegen internationale Abkommen zum Klimaschutz. Doch das könnte sich jetzt ändern. Erstmals signalisieren die Chinesen Verhandlungsbereitschaft. Gelingt jetzt der Durchbruch?

PEKING. China ist nun doch bereit, Vorgaben zur Verringerung der Treibhausgase zu akzeptieren. Vier Monate vor dem Weltklimagipfel in Kopenhagen will Peking in der nächsten Woche eine Resolution verabschieden, mit der erstmals der Kampf gegen die Erderwärmung in das nächste Regierungsprogramm aufgenommen werden soll.

Und der neben den USA weltweit größte Kohlendioxidproduzent hat dafür erstmals einen Zeitrahmen genannt. Mit einer besseren Umweltpolitik könne der Anstieg der Emissionen ab 2020 deutlich gebremst werden, lautet das Fazit einer Studie, die eine Expertengruppe der chinesischen Regierung erstellt hat. China könnte den Ausstoß bis 2050 auf den Stand von 2005 zurückfahren, heißt es in dem 900 Seiten starken Bericht aus dem Entwicklungsministeriums und dem Forschungszentrum für Entwicklung des Staatsrates. Und der Bericht fordert klare „quantitative Obergrenzen“ als Vorgabe.

Das ist eine Trendwende: Bislang hatte China jede verbindliche Festlegung auf eine Reduzierung der klimaschädlichen Treibhausgase abgelehnt. Zunächst müssten sich die Industrieländer ebenfalls bewegen, hieß stets der Hinweis der Schwellenländer. Die harten Fronten hatten bei der Bonner Uno-Vorkonferenz für den Weltklimagipfel zu einer Blockade der Verhandlungen geführt. Ein Erfolg sei damit im Dezember in Kopenhagen nicht möglich, hatte der Chef des Uno-Klimasekretariats, Yvo de Boer, gewarnt.

Der überraschende Vorstoß Pekings sei nun „eindeutig ein Schritt auf die Industrieländer zu“, sagt Professor Andreas Oberheitmann, Direktor des Forschungszentrums für internationale Umweltpolitik und Gastprofessor an der Tsinghua University in Peking. Damit sei ein Erfolg in Kopenhagen möglich – „doch jetzt müssen sich auch die Industrieländer bewegen.“

Vor allem die USA geraten nun mit ihren Klimazielen durch den chinesischen Schachzug unter Druck, sagt der Experte. Ob die radikalen Vorschläge der Pekinger Expertengruppe umsetzbar seien, hänge letztlich vom künftigen chinesischen Wirtschaftswachstums ab, sagt Oberheitmann. „Mit Blick auf die weltweite Krise und einem Wachstum von rund sieben Prozent ist das ehrgeizige Ziel auf jeden Fall realistischer als bei einem Wachstum von zwölf Prozent jährlich“, sieht er durchaus Chancen.

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