Klima-Konferenz
Durban wird zum Poker-Gipfel

Der Klima-Gipfel in Durban geht in die letzte heiße Phase. Die Europäer wollen unbedingt eine Fortführung des Kyoto-Protokolls, doch von China und USA können sie keine Unterstützung erwarten. Tatendrang trifft auf Bluff.
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DurbanDie Chinesen bluffen, die Amerikaner blockieren, Südafrika gibt sich als Musterschüler, der UN-Generalsekretär warnt vor übertriebenem Optimismus - herzlich willkommen zur letzten Runde im Klima-Poker von Durban! Seit gestern haben die Minister aus 194 Ländern das Wort, die Tage zuvor waren dagegen nur ein Vorgeplänkel. Wer allerdings nun mit klaren Ansagen rechnet, muss sich gedulden. Frühestens in der Nacht zum kommenden Samstag wird es ein Ergebnis geben.

Worum geht es? Um sehr viel. Der weltweite Temperaturanstieg soll gegenüber vorindustrieller Zeit auf zwei Grad Celsius begrenzt werden. Dazu wäre es dringend nötig, dass alle großen Treibhausgasemittenten, also auch Länder wie China oder die USA, rasch drastische Schritte einleiten, um ihre Emissionen zu reduzieren. Anderenfalls, so die übereinstimmende Meinung der allermeisten Wissenschaftler, lässt sich die Zwei-Grad-Grenze nicht mehr einhalten.

Ziel der EU ist es, das Kyoto-Protokoll zu retten. Es läuft Ende 2012 aus und verpflichtet eine Reihe von Industriestaaten völkerrechtlich verbindlich, ihre Emissionen zu reduzieren. Aus Sicht der Europäer wäre es ideal, wenn man sich auf eine zweite Verpflichtungsperiode verständigen könnte.

Doch große Emittenten winken ab. Japan, Kanada und Russland haben schon lange vor dem Beginn des Klimagipfels in Durban erklärt, dass sie sich definitiv nicht auf eine zweite Verpflichtungsperiode einlassen wollen.

Damit würde eine zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls zu einem stumpfen Schwert im Kampf gegen den Klimawandel. Die Staaten, die sich verpflichteten, stünden nur noch für etwa 15 Prozent der weltweiten Emissionen. Der Rest der Welt wäre nicht verbindlich zu Reduktionen gezwungen.

Die Europäer machen eine Fortführung des Kyoto-Protokolls daher davon abhängig, dass sich Staaten wie die USA, China oder Indien wenigstens auf eine Roadmap zur Emissionsreduktion einlassen. Allerdings ist Roadmap nicht gleich Roadmap.

In Durban werden vier Varianten diskutiert. Variante eins enthält konkrete Zahlen und einen Zeitrahmen, Variante vier ist nicht mehr als eine unverbindliche Zusage, sich demnächst verständigen zu wollen. Dazwischen liegen Welten. Die EU sagt offiziell, die Roadmap müsse möglichst „anspruchsvolle Ziele“ enthalten. In der Nacht zu Samstag wird man sich voraussichtlich darüber streiten, was „anspruchsvoll“ ist und was nicht.

Kommentare zu " Klima-Konferenz: Durban wird zum Poker-Gipfel"

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  • Die kriminellen Vereinigung IPCC wird von Leuten geführt die recht clever sind. Die wissen genau, dass man nur damit Steuergelder los eisen kann, wenn man eine möglichst katastrophale Zukunft an die Wand mahlt. Dann gibt es die Gelder um sich ein angenehmes Leben zu machen und in der Welt rum zu reisen.
    Wenn man bedenkt dass nach Durban 20.000 Personen gereist sind, so stellt sich doch die Frage, wie hoch ist dadurch die von diesen verursachte CO2 Belastung. Und dass unser Röttgen, dem nichts anderes einfällt als Lebensmittel zu Sprit zu verarbeiten auch eine "Dienstreise" dahin unternommen hat, zeigt wie der wirklich zu CO2 steht. Der Kerl ist bestimmt nicht mit Linie geflogen.
    Total verlogen ist der Handel mit diesen "Klima-Zertifikaten". Da machen sich einige wenige in der Finanzbranche noch zusätzlich die Taschen voll.

  • Der Klimawandel hat seinen Höhepunkt überschritten

    Seit den 70er Jahren, als sich die Kirchen aus dem Leben der Europäer zurückzogen, suchen viele Menschen in Europa spirituelle Erbauung in der Oekologie. Biolebensmittel, dämonische Atomstrahlen, das Waldsterben und jetzt die Oekokatastrophe einer Klimahölle erfreuen das ökologische Gemüt.

    Analog des Waldsterbens der 80er Jahre das am Rhein seine Grenze fand, beschränkt sich der "Klimawandel" mittlerweile weitgehend auf Europa. Eine Mehrheit der US Abgeordneten lehnt den Klimawandel als Humbug ab. China unterstützt den Klimawandel um die europäischen Kunden nicht zu verprellen mit höflichen, unverbindlichen Erklärungen. Indiens Umweltminister warnte seine Kollegen aus den Entwicklungsländern vor dem IPCC und dessen indischen Vorsitzenden.

    Das Kyoto Protokoll das die Initiatoren des "Klimawandels" mittels des Handels sog. CDM Zertifikate wohlhabend machte, droht auszulaufen.

    Insofern wäre es für die Initiatoren des "Klimawandels" sinnvoll den "Klimawandel" neu zu positionieren um noch ein wenig von diesem Geschäftsmodell leben zu können. Beispielsweise könnte man behaupten das nur europäische CO2 Emissionen schädlich seien. Je abwegiger dies ist desto mehr wird dies geglaubt, man denke an die sehr erfolgreiche Oekolegende von der "Ungelösten Endlagerfrage"..

    Vandale

  • Die Europäer wollen? Ich glaube die Deutschen wollen, zwar nicht die Bevölkerung, sondern die Profiteure der unseeligen Klimapolitik.
    Zum Glück ist die Mehrzahl der grossen Staaten nicht mehr so dumm wie wir und haben die Klimaschwindel längst entlarvt als System der Versklavung durch angeblich kommende Klimakatastrophen.
    Dabei kann sich jeder noch unabhängig informieren solange das Weltnetz nicht komplett zensiert ist z.B. bei EIKE. Die Mehrzahl der Institute ist auf Mittel angewiesen und macht deshalb in Katastrophe. Leute wacht auf, ihr werdet auch hier gnadenlos abzockt!

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