Klima-Konferenz
Röttgen fordert Umdenken

Auf dem Klimagipfel in Cancún wirbt Deutschlands Umweltminister Norbert Röttgen damit, den Klimawandel als Wachstumschance zu begreifen. Doch in vielen Punkten herrscht keine Einigkeit. Und die Zeit drängt.
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HB CANCUN. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat die Staaten bei der UN-Klimakonferenz in Cancún mit eindringlichen Worten dazu aufgerufen, den Klimawandel als Wachstumschance zu begreifen. "In Deutschland hat in den letzten Jahren ein Umdenken begonnen", sagte Röttgen am Mittwochnachmittag (Ortszeit) in seiner Rede zu den Delegierten. "In Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sehen wir den Klimawandel nicht länger als Bedrohung an, sondern als Chance und Herausforderung", betonte Röttgen in dem mexikanischen Karibikort.

Der CDU-Vize erwartet heftige Auseinandersetzungen in Cancún. Es gelte, die Verhandlungsstruktur zwischen den 194 Staaten für die Schlussrunde festzulegen, sagte Röttgen der Nachrichtenagentur dpa. "Das ist immer mit Krach verbunden." An der Verhandlungsstruktur hatte sich schon der Gipfel von Kopenhagen aufgerieben.

In seiner Rede betonte Röttgen, Deutschland sei aus der Wirtschafts- und Finanzkrise gestärkt herausgekommen, auch weil man beim Export von modernen Energie- und Umwelttechnologien mittlerweile bis zu 30 Prozent Weltmarktanteile habe. Eindringlich verteidigte Röttgen das Forum der Vereinten Nationen, um beim weltweiten Klimaschutz voranzukommen. "Durch gemeinsames und solidarisches Handeln können wir ambitioniertere Ergebnisse erzielen", sagte er. Er sei zuversichtlich, dass man unter dem UN-Dach weiterhin in der Lage sei, "gemeinsam zum Wohle aller zu handeln".

Die Linie der Bundesregierung ist es weiterhin, eine Lösung mit verschiedenen Einzelerfolgen anzustreben. "Es bleibt beim Paket", sagte der CDU-Politiker. Dazu gehören unter anderem ein Abkommen zum Waldschutz, um die Wälder als Kohlendioxidspeicher zu bewahren, die offizielle Bestätigung des Ziels, die Erderwärmung auf 2 Grad Celsius zu begrenzen und die Etablierung eines UN-Klimafonds, um vom Klimawandel betroffene Entwicklungsländer zu unterstützen.

Am Mittwochmorgen legten die zwei Hauptarbeitsgruppen in Cancún ihre Papiere von zusammen über 80 Seiten vor. Doch auch sie lassen noch wesentliche Fragen in den Kernpunkten offen: In welchen Vertrag werden die nationalen Vorschläge zur Treibhausgasreduktion verankert und nach welchen Spielregeln wird alles kontrolliert.

China habe zwar gesagt, es sei offen für Überprüfungeregeln, sagte EU-Delegationsleiterin Connie Hedegaard. "Aber wir müssen wissen, was das bedeutet." Transparenz sei im beiderseitigen Interesse, daher müsse etwas "Fleisch und Blut" in die Spielregeln hineinkommen.

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  • Das Thema Klimawandel ist ein Hirngespinst von Managern und Politikern, die darin das "big-business" ausgemacht haben.
    Der Welt-Wirtschaft kommt dieses Thema wie gerufen, ansonsten sähe es doch in vielen Ländern ziemlich finster aus.
    Es ist sicher nicht verkehrt, wenn man beim bau neuer Häuser das Energie-Thema in den Vordergrund stellt. Leider gehen aber deutsche Politiker mit diesem Thema nicht vernünftig um. Man droht mit Zwangsmassnahmen, wenn alte Häuser nicht entsprechend hochgerüstet werden. Die Zeche für den daraus folgenden Preisverfall tragen die Hauseigentümer. ich besitze mehrere immobilien, und werde definitiv dort nichts mehr investieren. im Gegenteil, Ausstieg ist angesagt, auch aus anderen politischen Gründen.

  • ich arbeite fuer Australiens groessten immobilienfond. Nachhaltigkeit ist ein sehr wichtiges Thema fuer uns und Neubauten werden alle nach strengen Oekologischen Richtlinien geplant. Deutsche Firmen sind auf diesem Gebiet fuehrend. Nicht nur Technologie wie Solar Anlagen kaufen wir von Deutschen Firmen (Conergy) auch Erfahrung beim Planen Energie effizienter bauten kaufen wir aus Deutschland ein (ingenhoven Architekten).
    "in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sehen wir den Klimawandel nicht länger als bedrohung an, sondern als Chance und Herausforderung" Sicher ist Klimawandel weiterhin eine bedrohung und die steigende Nachfrage nach erneurbaren Energien und nachhaltigen Produkten bestaetigt auch das industrie und Gesellschaft das weiterhin so sehen. Was Herr Roettgen sagen will man darf sich nicht vor den Kosten den Klimawandel abzuwehren fuerchten, den mit erneurbaren Energien und nachhaltigen Produkten verdient sich gutes Geld.

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