"Eine mittlere Katastrophe", ein "völliger Fehlschlag" - mit harschen Worten kritisieren Klimaexperten das magere Ergebnis der Weltklimakonferenz von Kopenhagen. Großbritanniens Umweltminister Ed Miliband will in China den Schuldigen für das Scheitern des Uno-Gipfels gefunden haben. Auch das Potsdamer Klimainstitut macht China und die USA hauptverantwortlich, während das Umweltbundesamt der Uno und Dänemark eine Mitschuld gibt.
Klimagipfel: London gibt China Schuld am Desaster
HB LONDON/OSNABRÜCK/BERLIN. China habe gegen die Einigung bei der Reduzierung von Treibhausgasen sein Veto eingelegt und damit ein Abkommen verhindert, schrieb Umweltminister Ed Miliband in der Zeitung "The Guardian". Die Mehrheit der Länder sei davon überzeugt gewesen, dass ein verbindlicher Vertrag nötig sei, um die Erde vor dem Klimawandel zu schützen. "Manche führenden Entwicklungsländer heißen das derzeit jedoch nicht gut."
Der Gipfel in Kopenhagen sei "chaotisch" und von "verfahrenstechnischen Spielchen" gekennzeichnet gewesen, schrieb Miliband. Es dürfe nicht mehr passieren, dass einige wenige Länder die Verhandlungen blockieren könnten. Dazu sei eine Reform der Uno-Behörde nötig, die für die Klimaverhandlungen verantwortlich ist.
Auch Premierminister Gordon Brown stimmte in die Schuldzuweisungen ein. Es dürfe nie wieder passieren, "dass nur eine Hand voll Länder" einen weltweiten Gipfel "erpressen", sagte Brown nach einem vorab verbreiteten Podcast, aus dem der Sender BBC zitierte.
Potsdamer Klimaforscher kritisiert USA und China
Das Potsdam für Klimafolgenforschung-Institut (PIK) hält China und die USA für die Hauptschuldigen beim Scheitern des Gipfels. China habe mit "brutaler Logik und kühler Strategie" agiert, um die Verbindlichkeit im Rahmen eines internationalen Abkommens zu vermeiden, sagte sagte PIK-Direktor Hans Joachim Schellnhuber der "Neuen Osnabrücker Zeitung". US-Präsident Barack Obama habe auf der Konferenz "vor allem im Sinn der US-Innenpolitik gehandelt".
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