„Klimakanzlerin” Merkel: Bis 2015 soll der Weltklimavertrag stehen

„Klimakanzlerin” Merkel
Bis 2015 soll der Weltklimavertrag stehen

Trotz Energiewende: Sogar beim selbsternannten Klimaschutz-Vorreiter Deutschland steigen wieder die CO2-Emissionen. Bei einer internationalen Klima-Konferenz fordert Kanzlerin Merkel rasche Entscheidungen.
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BerlinAngela Merkel hat die Weltgemeinschaft aufgefordert, bis 2015 einen für alle Staaten verbindlichen Vertrag zur Treibhausgas-Minderung abzuschließen. „Warten ist keine Option“, sagte die Bundeskanzlerin am Montag beim Petersberger Klimadialog in Berlin, einer Konferenz mit rund 35 Staaten.

Selbst wenn alle Industrieländer ab morgen kein Kohlendioxid (CO2) mehr ausstoßen würden, sei eine Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad nicht mehr zu erreichen. Daher müsse bis 2015 ein Abkommen zustande kommen, das für über 190 Staaten ein verbindliches Minderungsziel festlegt. Geplant ist, dass ein solcher Klimavertrag bis 2020 in Kraft treten soll.

„Nichtstun bedeutet, dass es uns insgesamt viel, viel teurer kommt“, sagte Merkel, die vor der Finanz- und Eurokrise den Klimaschutz zu einer ihrer Hauptprioritäten erklärt hatte. Die Kanzlerin betonte, es gebe viele Einzelinitiativen, etwa die Einführung eines Handels mit Verschmutzungsrechten in Kalifornien oder eine Eindämmung der Abholzung in Brasilien. Notwendig sei, dass daraus ein starker Strom werde, der den Druck auf alle Staaten erhöhe, um bis 2015 bei der UN-Klimakonferenz in Paris zum Abschluss zu kommen.

Aber selbst in Europa gab es zuletzt mehr Rückschläge statt Fortschritte. So führt der derzeitige Preisverfall im Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten dazu, dass Kohlestrom lukrativ bleibt - selbst in Deutschland stiegen 2012 trotz mehr Wind- und Solarstroms die CO2-Emissionen erstmals seit langem wieder um zwei Prozent. Unternehmen müssen dabei für jede Tonne CO2 Ausstoßrechte kaufen.

Das Europaparlament hatte jüngst eine Verknappung der Zertifikate abgelehnt, um den CO2-Ausstoß wieder zu verteuern. Merkel räumte ein, dass es schon in der Bundesregierung keine klare Haltung hierzu gebe. Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) ist gegen einen Markteingriff, Umweltminister Peter Altmaier (CDU) dafür.

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  • Deutschland will dem Rest der Welt vorschreiben, daß CO2 zu vermeiden ist. Gleichzeitig will man auch die CO2-freie Kernkraft abschaffen und übt regelmäßig entsprechenden diplomatischen Druck aus (insbesondere gegenüber den Nachbarländern Frankreich, Tschechien, Belgien, Schweiz) nachdem man bei den anderen schon mit der Abschalt-Wut "fertig" ist (genannt sei die ehem. DDR, Litauen, Slovenien, Ukraine). Die irrwitzige Kombination aus diesen beiden Öko-Programmen nennt sich dann "Energiewende". Vielleicht wird Energiewende einmal ein internationales Schimpfwort, so wie die international berüchtigte "german Angst".

  • Die Temperaturen in der Südpolarregion reichen im Winter hinunter bis zu minus 87 Grad.

    Wenn im Sommer die antarktische Eiskappe abschmelzen würde, müßte es dort Quellen, Bäche und Flüsse geben, Seen und große Ströme - sowie am Ende der letzten Eiszeit hier in Süddeutschland.

    Vielleicht fragen Sie Ihren Sohn oder Tochter, wie der größte Fluß in der Antarktis heißt. Vielleicht haben die das in den klimaverrückten Schulen ja schon gelernt!

    Das ist spannend - ich freue mich auf Ihre Antwort!

  • Herr Schemutat, bitte riechen Sie den Braten!

    Fernsehsender und Zeitungen versuchen, ihre Einschaltquoten und Auflagen zu steigern, und die Öko-Angstindustrie (um solche handelt es sich) macht ihre Umsätze durch Verbreitung von Angst. Wissenschaftler bekommen Geld für Forschungsprojekte nur noch dann, wenn sie ideologisch gewünschte Botschaften verbreiten. Im Fall "Klima" und BMBF (Bundesforschungsministerium) haben ich das über mehrere Jahre hinweg selbst durch entsprechende Anfragen nachgeprüft.

    Wenn Sie also irgendwo lesen, "Forscher" hätten im Zusammenhang mit dem "Klima" wieder irgendeine Gefahr entdeckt, dann gehen Sie davon aus, daß solche Aussagen die Familien einiger Akademiker ernähren, inhaltlich aber mit einer hohen Wahrscheinlichkeit anfechtbar sind. So gibt es mit Sicherheit im Zusammenhang mit dem seit vielen Jahrzehnten schwelenden Konflikt um die Region Kashmir keinerlei Bezug zu einem Wasserproblem.

    "Umwelt" ist ein abstrakter Begriff, der der Irreführung dient. Man sollte konkret benennen, was man meint. CO2 zum Beispiel dient den Pflanzen als Nahrung, und Windräder verschandeln die Landschaft, stören das Wohlbefinden von Menschen und Wildtieren, und töten Fledermäuse und Vögel. Wenn man das Umwelt- und Nachhaltigkeitsgeschwafel beiseiteläßt und nach den konkreten Wirkungen fragt, dann klären sich auch viele Bewertungen.

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