Klimakonferenz in Lima
McKinsey für Arme

Peru, Mexiko, Brasilien: Schwellenländer halten in der Entwicklungshilfe wie bei Projekten zum Klimaschutz nicht mehr nur die Hand auf. Sie helfen selbst ärmeren Staaten. Unterstützung kommt auch aus Deutschland.
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Mexiko-StadtIn Mexiko liegen die Gegensätze oft nur wenige Kilometer auseinander. Mexiko City, die Hauptstadt des Schwellenlandes, ist so ein Beispiel. Im Zentrum der Stadt reihen sich hippe Bars und Restaurants aneinander, die Altstadt ist dank Millionenzuschüssen von Multimilliardär Carlos Slim, der in Mexiko City aufgewachsen ist, umfassend saniert worden. Wer jedoch ein bisschen weiter an den Stadtrand fährt, findet ein anderes Bild: Kilometerweite, illegal gebaute Siedlungen, Armut, Drogenkriminalität.

So gespalten wie das Land ist, ist auch seine Rolle in der Entwicklungspolitik: Auf der einen Seite hat Mexiko noch einige Probleme, bei denen es internationale Hilfe bekommt. Auf der anderen Seite hilft es aber auch immer öfter selbst – unterstützt von einem Industrieland.

Damit ist Mexiko nicht allein. Auch Peru, Südafrika, Chile und Indonesien sind an diesen sogenannten Dreieckskooperationen beteiligt, um nur einige Beispiele zu nennen. Seitens Deutschland berät bei diesen Projekten oft die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), ein McKinsey für ärmere Staaten sozusagen.

„Ich denke, diese Dreieckskooperationen werden zunehmen“, sagt GIZ-Chefin Tanja Gönner. Mexiko und Deutschland gelten als Pioniere auf diesem Gebiet. „Die Zusammenarbeit zwischen Mexiko und Deutschland ist ein exzellentes Beispiel für eine Zusammenarbeit, wie sie sein sollte“, schwärmt Gönner.

Es hilft anderen Schwellenländern zwar nicht mit Geldspritzen, aber mit Personal, und setzt dabei auf die Unterstützung von Industrienationen wie Deutschland. „Wir werden mit den Projekten mehr Erfolg haben, wenn wir mit anderen Ländern zusammenarbeiten“, sagt Juan Manuel Valle, Direktor AMEXCID, der Mexikanischen Agentur für Entwicklungszusammenarbeit, bei einer von der GIZ organisierten Journalistenreise.

Derzeit unterhalten Deutschland und Mexiko insgesamt sieben Dreieckskooperationen. Eines davon ist ein Projekt zum Schutz der Artenvielfalt in dem mittelamerikanischen Land. Mithilfe von Experten, die von der GIZ entsandt wurden, hat die örtliche Kommission für Artenvielfalt CONABIO erstaunliches auf die Beine gestellt.

Aus einem schier undurchdringbaren Dickicht an Satellitenaufnahmen von Waldgebieten hat die Agentur brauchbares Material gemacht.

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  • LESENSWERT !

    "Die Verstrickungen von Politikern und Journalisten in Elite-Netzwerken"

    Das sind die eigentlichen Macht-Zirkel, ausserhalb jeder demokratischen Kontrolle. Welt-Geld-Elite.

    http://www.neopresse.com/politik/die-verstrickungen-von-politikern-und-journalisten-elite-netzwerken/

    Journalisten in Atlantik-Brücke vereinigt ferngesteuert:

    http://homment.com/atlantikbruecke

  • Mh vllt. sollte DE mal in MX fragen wie man schneller
    einen Airport in Betrieb nimmt :-)

    http://www.youtube.com/watch?v=5NOoKNYinsg

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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