Klimakonferenz in Marrakesch
Delegierte beschließen Fahrplan

Die bisherigen Zusagen reichen nicht aus. Bei der Klimakonferenz in Marrakesch haben sich die Staaten nun auf einen Fahrplan zur Umsetzung des Pariser Abkommens geeinigt. 2017 sollen die Fortschritte überprüft werden.
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MarrakeschBei der Klimakonferenz in Marrakesch haben die Delegierten einen Fahrplan zur Umsetzung der Klimaschutzziele von Paris beschlossen. In dem Papier, das am späten Freitagabend verabschiedet wurde, verpflichten sich die Teilnehmerstaaten, im Jahr 2017 erneut zusammenzukommen, um ihre Fortschritte beim Klimaschutz zu „überprüfen.

Im Mittelpunkt der knapp zweiwöchigen Gespräche in Marokko stand die Ausgestaltung des Pariser Klimaschutzabkommens, dazu zählten auch Finanzhilfen reicher Staaten für die Bewältigung des Klimawandels in armen Ländern.

Die Weltgemeinschaft hatte sich in der französischen Hauptstadt im Dezember 2015 darauf verständigt, die Erderwärmung auf ein beherrschbares Maß von deutlich unter zwei Grad und möglichst unter 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Die bisher vorliegenden nationalen Zusagen zur Verringerung des Treibhausgasausstoßes reichen dazu allerdings bei weitem nicht aus.

Überschattet wurden die Verhandlungen vom Wahlsieg des Republikaners Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl in der vergangenen Woche. Trump hatte im Wahlkampf gesagt, er werde als US-Präsident das Pariser Klimaschutzabkommen aufkündigen. Die Klimaerwärmung nannte er in einer Twitter-Mitteilung einen „Scherz“, bei anderer Gelegenheit bezeichnete er sie als Erfindung der Chinesen.

Der Vorsitzende der Konferenz in Marrakesch, Salaheddine Mezouar, hatte Trump am letzten Verhandlungstag zu „Pragmatismus“ in der Klimapolitik aufgefordert. Die internationale Gemeinschaft stehe in einem „großen Kampf für die Zukunft unseres Planeten“, sagte der marokkanische Außenminister. Es gehe dabei um „die Würde von Abermillionen Menschen“. Die Botschaft der Konferenz an Trump laute: „Wir zählen auf Ihren Pragmatismus und Ihren Geist der Verpflichtung.“

Das UN-Klimaabkommen war am 4. November in Kraft getreten und wurde inzwischen von 110 Staaten ratifiziert, darunter die größten Treibhausgas-Verursacher USA und China. Da das Abkommen inzwischen in Kraft ist, wäre eine nachträgliche Annullierung des US-Beitritts ein kompliziertes und langwieriges Manöver.

Die nächste Klimakonferenz wird 2017 von den Fidschi-Inseln ausgerichtet. Da sich das Pazifik-Archipel jedoch außerstande sieht, die zu erwartenden 15.000 bis 20.000 Teilnehmer auf seinem Territorium an einem einzigen Ort zu versammeln, wird die Konferenz aus logistischen Gründen in Bonn stattfinden.

Polen soll die Präsidentschaft der übernächsten Klimakonferenz im Jahr 2018 übernehmen. Das wurde in Marrakesch bekannt gegeben. „Dass uns diese Ehre zuteil wird, ist für Polen ein großer Erfolg“, sagte der polnische Umweltminister Jan Szyszko. „Klimapolitik ist Polen sehr wichtig.“ Polens Wirtschaft ist stark von klimaschädlicher Kohle abhängig.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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