Klimakonferenz
„Letzter Kraftakt“ in Katar

Eigentlich hätte die UN-Klimakonferenz gestern zu Ende gehen sollen. Da die Teilnehmer aber noch zu keinem Ergebnis gekommen waren, gehen die zähen Verhandlungen heute weiter. Die Chancen für ein Scheitern sind hoch.
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DohaDie Verhandlungen auf der Weltklimakonferenz in Doha stehen auf der Kippe. Nachdem der Präsident der Konferenz, der stellvertretende katarische Ministerpräsident Abdullah Bin Hamad Al-Attijah, am Samstagmorgen neue Kompromissvorschläge vorgelegt hatte, wurde die Sitzung daraufhin erneut unterbrochen. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) sprach von einer "Reihe von Verbesserungen" in den Vorlagen, räumte aber auch ein, dass noch nichts entschieden sei, wie er im Kurznachrichtendienst Twitter schrieb.

In einer überraschend eindringlichen Rede mahnte der katarische Präsident des Klimagipfels in Doha die Verhandler zu einer raschen Einigung. „Die Zeit für den letzten Kraftakt ist gekommen“, sagte Abdullah bin Hamad Al-Attijah bei der Eröffnung des Plenums der Teilnehmerstaaten am frühen Samstagmorgen. „Wir müssen die Konferenz in den nächsten Stunden beenden.“ Er legte dem Plenum Kompromissvorschläge vor, über die nun weiter verhandelt werden muss. Eigentlich hätte die Konferenz schon am Freitag zu Ende gehen sollen.

„Ich frage Sie Minister und Delegationsleiter, glauben Sie, dass weitere Verhandlungen das, was uns vorliegt, wesentlich verbessern würde? Und wenn ja, zu welchem Preis?“ Er gestand ein, dass die neuen Vorschläge nicht alle Konfliktpunkte lösten.

Bei nächtlichen informellen Verhandlungen konnte kein Durchbruch erzielt werden. Strittig seien besonders Forderungen von Entwicklungsländern und kleinen Inselstaaten nach Schadensersatz für bereits unabwendbare Klimaschäden, hieß es kurz vor der geplanten Wiederaufnahme der Plenarberatungen am Samstagmorgen aus europäischen Verhandlungskreisen. Der Stand der Verhandlungen zu weiteren Finanzfragen war zunächst unklar.

Kontroversen gab es offenbar weiterhin auch über den Umgang mit überschüssigen Emissionsrechten aus der ersten Kyoto-Verpflichtungsperiode, sogenannter „Hot Air“. Die Plenarberatungen waren während der Nacht unterbrochen worden, um in informellen Gesprächen Einigungschancen auszuloten. Eigentlich hätte die Konferenz bereits am Freitagnachmittag enden sollen. Nun hieß es, bis zu einer Übereinkunft dürften noch mindestens weitere Stunden vergehen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hält ein Scheitern der UN-Klimakonferenz in Doha für sinnvoller als ein Eingehen reiner Formelkompromisse. „Der Doha-Gipfel geht besser ohne Einigung zu Ende als mit der Verabschiedung der vorliegenden Dokumente“, sagte Klimaexpertin Ann-Kathrin Schneider am Samstagmorgen in Doha. „Die Vorschläge sind so schwach, dass dem Klimaschutz ein Bärendienst erwiesen würde, würden sie so beschlossen.“ Es müssten in der Schlussphase mehr Geld für besonders vom Klimawandel betroffene Länder bereitgestellt und Ziele zur Reduzierung von CO2-Emissionen erhöht werden.


 
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Klimakonferenz: „Letzter Kraftakt“ in Katar"

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  • Es ist doch immer und immer wieder das gleiche. Diese "Konferenzen" werden ausnahmslos an touristisch interessanten Orten abgehalten. Warum gehen die nicht im July oder August nach Doha? In dieser Zeit sind die Hotelpreise ganz erheblich niedriger.

    Im übrigen ist das doch alles ein großer international angelegter Schwindel. Das Klima hat sich immer geändert, ändert sich immer noch, und wird sich in Zukunft auch weiterhin ändern. Und darauf haben wir Menschen überhaupt keinen Einfluss.

    Wer sich heute hinstellt und behauptet wie das Klima in 2050 sein wird, ist ein Scharlatan. Niemand kann das auch nur halbwegs seriös vorhersagen. Das gilt auch für die div. Computermodelle. Etwas anders progammiert, und schon sagen die eine Eiszeit voraus. Hinzu kommt noch, dass man diese Leute, welche vorgeben das Klima für 2050 vorhersagen zu können, dann nicht mehr zur Verantwortung ziehen kann, wenn das so nicht eintrifft, denn die sind dann fast alle nicht mehr unter den lebenden.

  • Brauchten da noch ein paar Politiker ein wenig Spesengeld, dass diese völlig unnütze Konferenz verlängert wurde?
    Mal ehrlich: in Deutschland wird fast nur noch verwaltet, während die ganze arbeits- und energieintensive Produktion im asiatischen Raum stattfindet. Und dann stellen wir uns als Saubermann hin und verlangen, dass in den Schwellenländern Emissionen eingespart werden. Dabei lassen sich Büros wohl wesentlich einfacher dämmen als Fabriken zumal dort ohnehin genug heiße Luft produziert wird.

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