Klimaschutz
Australien will CO2-Steuer abschaffen

Die australische Regierung kehrt dem Klimaschutz den Rücken zu: Sie will einst beschlossene Maßnahmen wie die CO2-Steuer wieder aufheben und droht sogar Neuwahlen an. Dabei ist das Land einer der größten Klimasünder.
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SydneyDie neue konservative Regierung Australiens macht mit ihrem Wahlversprechen ernst und will die CO2-Steuer zum Klimaschutz abschaffen. Im November will sie einen Gesetzentwurf einbringen, der die Steuer Mitte 2014 nach zwei Jahren kippt. Die Regierung drohte am Mittwoch mit Neuwahlen, sollten die linke Labor-Partei und die Grünen in der zweiten Parlamentskammer versuchen, das Gesetz zu verhindern.

„Wir wären das erste Land der Welt, das einen Emissionsmarkt wieder abschafft“, sagte John Connor, Chef des australischen Klima-Instituts, vor kurzem im Rundfunk.

„Die Öffentlichkeit hat mit der Wahl entschieden, dass die CO2-Steuer abgeschafft werden soll“, sagte Umweltminister Greg Hunt. „Wir werden nicht stoppen, bis dieser Wille umgesetzt ist.“ Die konservative Liberale Partei gewann zwar im September eine absolute Mehrheit der Sitze im Repräsentantenhaus, doch haben Labor und Grüne die Mehrheit in der zweiten Parlamentskammer, dem Senat.

Die abgewählte Labor-Regierung hatte die Steuer 2012 für die 500 Unternehmen eingeführt, die das meiste Kohlendioxid ausstoßen. Der Preis liegt noch fest bei gut 16 Euro pro Tonne. Ab 2015 sollte ein Markt mit flexiblen Preisen geschaffen werden. Im EU-Emissionshandel kostet eine Tonne CO2 zur Zeit weniger als sechs Euro.

Australien will die Emissionen bis 2020 um fünf Prozent unter das Niveau von 2000 senken. Daran hält auch die neue Regierung fest, will dies aber mit Anreizen für die größten Emittenten erreichen. Australien gehört vor allem wegen seiner Kohleindustrie pro Kopf der Bevölkerung gemessen zu den schlimmsten Klimasündern der Welt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Klimaschutz: Australien will CO2-Steuer abschaffen"

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  • So, stimmt das Handelsblatt also auch in den Chor der Klimaschwindler ein? Sätze wie "Dabei ist das Land einer der größten Klimasünder." und "Experten sind von den Maßnahmen der Regierung entsetzt." sind klare Vorverurteilungen! Das Handelsblatt plappert hier nur nach, was andere vorsagen.

    Kann der Autor
    dieses Berichts den "Klimawandel" beweisen?

  • Tja, mit der CO2-Lüge lassen sich populistisch unter dem Deckmantel des Naturschutzes Steuern und Abgaben begründen!

  • Man kann die Australier nur für so viel Realismus beglückwünschen. Ich bin jetzt 45 Jahre alt und habe sehr viele ökologische Weltuntergangsszenarien kommen und gehen sehen. Nichts hat sich bewahrheitet, manches war sogar schlichtweg eine Lüge. So wie das "German Waldsterben" der 1980'er, wegen dem ich als Jugendlicher vor Angst zeitweise nicht einschlafen konnte. 80% der dt. Waldforscher haben damals vorhergesagt, dass um das Jahr 2000 kein Wald mehr in Deutschland existiert, obwohl die Waldfläche Jahr für Jahr um 3% zunahm. Selbst bei einer völligen Deindustrialisierung sollte der Zug angeblich abgefahren sein, zu sehr sei der Wald schon geschädigt.

    Solchen Humbug haben wir damals geglaubt, auch weil seröse Gegenstimmen gezielt beruflich zerstört wurden und somit in der öff. Diskussion fehlten. Es ist wie mit den Zeugen Jehovas: Irgendwann geht das Vertrauen in Vorhersagen verloren.

    Wer einen exzellenten Artikel über den gesellschaften Aufbau, die Profiteuere und die Aktuere solcher Kampagnen lesen will, dem sei der folgende ZEIT Artikel wärmstens empfohlen. Das alles lässt sich problemlos auf den Klimawandel übertragen, die Strukturmechamismen sind dieselben.

    http://www.zeit.de/2004/51/N-Waldsterben

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