Klimaschutz: China will Börse für Emissionshandel gründen

Klimaschutz
China will Börse für Emissionshandel gründen

China gehört zu den größten Luftverschmutzern der Welt. Nur die USA pusten noch mehr Treibhausgase in die Luft. Doch China ist nicht nur Klimasünder, sondern auch Vorreiter – in Sachen Emissionshandel bei so genannten CDM-Projekten. Die Volksrepublik, bereits der größte Markt für diese Emissionsschutzertifikate, will in Asien nun auch den ersten Börsenplatz aufbauen.

PEKING. Wie Khalid Malik, UN-Koordinator in China, am Montag in Peking sagte, soll die Börse schon im Sommer in der chinesischen Hauptstadt eröffnet werden. An den Kosten von 1, 7 Millionen Dollar in den ersten drei Jahren wird sich der Stahlkonzern Arcelor Mittal beteiligen. Die erste Börse dieser Art ist bislang die Chicago Climate Exchange.

China ist bei der im Kyoto-Protokoll verankerten Idee des „Clean Development Mechanism" (CDM) bereits führend. Mit dem System können seit Anfang 2005 Unternehmen aus Industrieländern durch klimaschützende Investitionen in Entwicklungsländern Gutschriften bekommen, die als Emissionszertifikate in ihrer Heimat angerechnet werden.

Laut Weltbank erreichte der CDM-Markt Ende 2006 ein Volumen von 3 Mrd. Dollar. Davon entfallen 60 Prozent auf China, so Karan Capoor, Weltbank-Experte für Emissionshandel. Indien landet mit 15 Prozent deutlich abgeschlagen auf Rang zwei.

China hat zwar weniger CDM-Projekte als Indien, dafür aber besonders große Projekte. Meistens werden Windfarmen statt Kohlekraftwerke errichtet. Bislang sind von der UN weltweit 492 Projekte anerkannt worden, davon die Hälfte in der Region Asien-Pazifik. Alle Projekte müssen von heimischen Behörden und von UN-Gremien geprüft und anerkannt sein.

China sei beim neuen Handel mit „Ablass-Zertifikaten" schon sehr weit, lobt auch Christopher Tung aus Hongkong. Der Anwalt arbeitet als Berater für viele CDM-Projekte in China. Nach seinen Angaben sind im Reich der Mitte weitere 208 CDM-Projekte in Vorbereitung. China produziert noch immer 65 Prozent seines Strombedarfs in Kohle-Kraftwerken, die selten CO2-Filter haben.

Auch wenn die Volksrepublik verstärkt auf Windkraft, Sonnenenergie und Nukleartechnologie setzt – dies kann die Kohle nicht ersetzen, zu groß ist der Strombedarf. Im vergangenen Jahr hat die Volksrepublik 125 Mill. Gigawatt zusätzlich ans Stromnetz gebracht, das entspricht der gesamten Stromkapzität von Deutschland. Und es reicht nicht. „Wir müssen in China für 50 bis 60 Millionen Menschen überhaupt erst einen Stromanschluss schaffen“, sagt Lu Xuedu, Klimaexperte des Pekinger Wissenschaftsministeriums.

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