Klimaschutz
Chinas Weckruf schreckt Indien auf

Nach China signalisiert nun auch Indien Zugeständnisse bei den Klima-Verhandlungen in Kopenhagen. „China hat uns einen Weckruf gesandt“, sagte der indische Umweltminister Jairam Ramesh der Zeitung „Hindustan Times“. Die südamerikanischen Amazonas-Anrainer erhöhten unterdessen ihren Druck auf die Industriestaaten.
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HB NEU-DELHI/MANAUS. „Wir müssen nochmals intensiv über unsere Klimastrategie nachdenken und uns um Flexibilität bemühen“, betonte der Minister. Damit steige nun auch vonseiten der Schwellenländer der Druck auf Indien, Klimaziele zu setzen. Ramesh nimmt an den Verhandlungen in der dänischen Hauptstadt teil, die vom 7. Dezember an zu einem neuen Abkommen führen sollen.

China hatte am Donnerstag erstmals konkrete Emissionskürzungen angekündigt und damit Hoffnungen für einen Durchbruch in Kopenhagen geschürt. China ist der weltgrößte Klimasünder noch vor den USA, Indien rangiert auf Platz vier. Die beiden asiatischen Regionalmächte haben eine gemeinsame Haltung bei den Verhandlungen angekündigt.

Die südamerikanischen Amazonas-Anrainer erhöhten unterdessen ihren Druck auf die Industriestaaten. Sie forderten die reichen Länder auf auf, ihre Hilfen für Klimaschutzprogramme in den Entwicklungsländern deutlich aufzustocken. Die Länder müssten dazu zwischen 0,5 und ein Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes (BIP) zur Verfügung stellen, hieß es in einer in der Nacht zum Freitag in Manaus verabschiedeten Erklärung. „Die Armen müssen unterstützt werden, ohne dass sie ihre Souveränität aufgeben“, betonte Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva zum Abschluss des Amazonas- Anrainer-Gipfels, an dem auch Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy teilnahm.

Um die Anstrengungen für eine Reduzierung der Treibhausgase zu erhöhen, sei es notwendig, dass die industrielle Welt ihre finanziellen und technologischen Hilfen für die Entwicklungsländer „deutlich und ausreichend“ erhöhe, hieß in der Deklaration. „Deshalb bekräftigen wir den Vorschlag der Gruppe 77 und Chinas, wonach die entwickelten Länder zwischen 0,5 und ein Prozent ihres BIP für Klimaschutzmaßnahmen der Entwicklungsländer zur Verfügung stellen.“ Dies sei entscheidend, um beim UN-Klimagipfel im Dezember in Kopenhagen ein Ergebnis zu erreichen.

Sarkozy betonte, es sei wichtig, dass jedes Land Vorteile sehe und niemand das Gefühl habe, getäuscht zu werden. An dem Gipfel in Manaus nahmen deutlich weniger Präsidenten als geplant teil. Die Staatschefs Kolumbiens und Venezuelas, Álvaro Uribe und Hugo Chávez, sagten ihr Kommen kurzfristig ab. Die Hintergründe für die Absagen blieben zunächst unklar, allerdings dürfte die eskalierende Krise zwischen beiden Ländern ein Grund gewesen sein.

Damit waren nur drei der Amazonas-Anrainer mit Präsidenten vertreten. Neben Lula und Sarkozy war auch der Präsident der Republik Guyana, Bharrat Jagdeo, anwesend. Bolivien, Kolumbien, Ecuador, Peru, Surinam und Venezuela ließen sich durch Minister oder hochrangige Beamte vertreten. Sarkozy nahm an dem Treffen teil, weil Frankreich durch das Übersee-Département Französisch-Guayana eine gemeinsame Grenze mit Brasilien hat, das mit rund 60 Prozent den größten Anteil am Amazonas-Regenwald hat.

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