Klimaschutz: IAEA sieht starken Ausbau der Kernkraft

Klimaschutz
IAEA sieht starken Ausbau der Kernkraft

Die Suche nach sauberen Energiequellen beschert nicht nur alternativen Stromerzeugern Aufwind, weltweit ist besonders die Atomkraft auf dem Vormarsch. Die Internationale Atomenergieagentur prognostiziert in den nächsten 20 Jahren ein konstantes Wachstum. Somit ist die Kernenergie alles andere als ein Auslaufmodell.

GENF. Weltweit ist die Kernkraft im Auftrieb: Nach Prognosen der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) beschert der steigende globale Energiehunger den Betreibern von Atomkraftwerken das große Geschäft. Laut IAEA werden die Anbieter die weltweite Kapazität zur Erzeugung von Nuklearstrom bis 2030 um jährlich 2,5 Prozent steigern. Das bestätigte Alan McDonald von der IAEA-Abteilung für Nuklearenergie dem Handelsblatt. Bei dieser Prognose handele es sich um ein „optimistisches Szenario“.

McDonald betonte: „Der steigende Ölpreis spielt dabei keine so große Rolle.“ Laut dem IAEA-Experten stehen Atomkraft und Öl bei der Energiegewinnung nicht in einem Konkurrenzverhältnis. Bei der Energiegewinnung sei das Gas für die Atomkraft der Gegenspieler. Die Atomkraft ist nach Meinung McDonalds in der Lage, einen „sehr großen“ Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel zu leisten. „Allerdings kann auch die Atomkraft das Problem des Klimawandels nicht alleine lösen.“

Die Uno-Agentur IAEA ist beauftragt, die friedliche Nutzung der Kernenergie zu fördern. Für die Prognose befragte die IAEA Verantwortliche in Betreibergesellschaften und Energiefachleute. Nach den Berechnungen könnte die Kapazität der Nuklearenergie von 370 Gigawatt Ende 2006 auf rund 679 Gigawatt (ein Gigawatt ist eine Milliarde Watt) im Jahr 2030 steigen. Ende 2006 lieferten Atommeiler 15 Prozent der weltweit verbrauchten Elektrizität. Zur Zeit sind 435 Atomreaktoren am Netz, 29 im Bau. Die IAEA-Fachleute legten auch ein zurückhaltendes Szenario vor; danach wird die Kapazität zur Erzeugung von Nuklearenergie auf 447 Gigawatt im Jahr 2030 steigen.

Die größten Zuwachsraten für die Hersteller der Kernkraftwerke sieht die IAEA in Asien. Indien will bis zur Jahrhundertmitte rund ein Viertel seiner elektrischen Energie aus Atommeilern beziehen. Heute hat die Atomkraft auf dem Subkontinent nur einen geringen Anteil am Energiemix: weniger als drei Prozent. Auch China will kräftig expandieren. Peking will die Kapazitäten bis 2020 verfünffachen. Erst unlängst hatte Großbritannien den Ausbau der Atomkraft angekündigt. Auch Finnland, Frankreich, Bulgarien und die Ukraine wollen laut IAEA verstärkt auf Atomkraft setzen. In den USA operieren immer noch die meisten Reaktoren – es sind 103. Frankreich betreibt 59 Einheiten, die Japaner beziehen Strom aus 55 Reaktoren.

Zum Ausstieg der Bundesrepublik aus der Kernenergie äußerte sich McDonald zurückhalten: „Ob ein Ausstieg eine weise Entscheidung ist, hängt von den Alternativen ab. Und davon, ob die Gewinne aus dem Ausstieg die Risiken übertreffen.“

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