Klimaschutz
Kopenhagen-Gipfel vor dem Endspurt

Nach Demonstrationen rund um den Globus beginnt nun beim größten Klimagipfel aller Zeiten die entscheidende Phase. Bei der Kopenhagener UN-Konferenz wollen 192 Länder, davon 115 mit ihren Staats- und Regierungschefs, bis Freitag ein Abkommen über die Begrenzung des bedrohlichen Temperaturanstiegs aushandeln.
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HB KOPENHAGEN. Der Gastgeber des Weltklimagipfels in Kopenhagen, Dänemarks Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen, erklärte am Sonntag, es sei noch ein „weiter Weg“ bis zu der angestrebten Einigung. Industriestaaten und Entwicklungs- sowie Schwellenländer seien bei der Verringerung von Treibhausgasen wie auch bei Finanzierungsfragen noch weit voneinander entfernt.

Am Samstag gingen fast 100 000 Demonstranten aus aller Welt allein in Kopenhagen auf die Straße, um den dort versammelten Politikern ihre Forderung nach einem ehrgeizigen Abkommen zu präsentieren. Für Misstöne sorgte eine überharte Polizei, die knapp 1 000 Demonstranten „vorbeugend“ festnahm und bei Frost stundenlang gefesselt auf der Straße sitzen ließ.

Die Polizei entschuldigte sich später für die „unverhältnismäßig lange Zeit“ bis zum Abtransport der Festgenommenen. Augenzeugen berichteten von Ohnmachtsanfällen der vor Kälte bibbernden Gefesselten, die nicht einmal auf die Toilette gehen konnten. Am Sonntag waren bis auf zwei Dänen und einen Franzosen alle wieder frei. Bei neuen Protesten am Sonntag nahm die Polizei mehr 230 Demonstranten fest. Die Demonstration mit rund 400 Teilnehmern wurde aufgelöst. Als Grund nannte die Polizei unter anderem Waffenbesitz und das Tragen nicht genehmigter Gasmasken.

Trotz Winterkälte waren am Samstag bis zu 100 000 Klima- Aktivisten zum Konferenzzentrum „Bella Center“ gezogen. „Ihr habt Recht, es ist genug geredet. Jetzt müssen wir handeln“, rief die dänische Präsidentin des Klimagipfels, Connie Hedegaard, den Demonstranten zu, als sie deren Forderungen aus der Hand der irischen Ex-Präsidentin Mary Robinson entgegennahm.

In Hamburg und Schleswig-Holstein läuteten am Sonntag rund 200 Kirchenglocken für den Klimaschutz. „Die Glocken (...) zeigen auch Gefahr an“, sagte der Sprecher der Nordelbischen Kirche, Thomas Kärst, in Hamburg. „Und das Klima ist bekanntlich bedroht.“

Der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu überreichte UN-Klimachef Yvo de Boer am Sonntag in Kopenhagen mehr als 500 000 Unterschriften für ein Klimaabkommen, das die Lasten der Erderwärmung gerecht verteilt. Aufgerufen dazu hatten kirchliche Initiativen wie Brot für die Welt. Merkel „vorsichtig optimistisch“

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