Klimaschutz
Obamas Kampf gegen die Kohle

Es sei der „wichtigste Schritt, den die USA jemals für den Klimaschutz unternommen haben“: Mit einem neuen Aktionsplan will US-Präsident Obama der Kohle an den Kragen. Es dürfte sein letztes großes Projekt sein.
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WashingtonDie zweite Amtszeit von US-Präsident Barack Obama neigt sich dem Ende zu. Höchste Zeit für den Demokraten, der einst die Veränderung („Change“) versprach, sein Erbe vorzubereiten. Für was wird Obama stehen, wenn er nach acht Jahren abdanken muss? Außenpolitisch probt er die Öffnung mit Kuba, bereist Afrika, setzt sich für den Freihandel mit Europa und eine Handelszone mit Asien ein. Innenpolitisch hat er eine Gesundheitsreform durchgesetzt, die staatliche Gesundheitsleistungen für alle vorsieht („Obamacare“). Nach anfänglicher Ablehnung setzen immer mehr Bundesstaaten die Reform um.

Sein letztes innenpolitisches Projekt soll nun der Klimaschutz werden. Bereits im Präsidentschaftswahlkampf 2008 hatte Obama das Versprechen gegeben, sich hier mittels entsprechender Gesetze zu engagieren. Wie bei anderen Vorhaben auch scheiterte er bislang jedoch bei der Umsetzung des Ziels am Widerstand im Kongress. Vor allem die von ihm angestrebte Begrenzung des Kohlendioxidausstoßes heimischer Kraftwerke sorgt für Unmut bei den Republikanern.

Jetzt probt er aber einen neuen, einen letzten, Vorstoß in diese Richtung. Wie die New York Times berichtet, will der US-Präsident am Montag einen neuen, einen strengeren Klimaschutz-Plan vorstellen. In einer Videobotschaft sagte er, es sei der „größte und wichtigste Schritt, den die USA jemals für den Klimaschutz unternommen hätten“.

Der neue Plan sehe konkret vor, dass der der Kohlendioxid-Ausstoß in der Energiebranche bis 2030 um 32 Prozent im Vergleich zu 2005 verringert werden so, verlautete am Wochenende aus Regierungskreisen. Das sind neun Prozentpunkte mehr als in einer früheren Version.

Erneuerbare Energien sollten künftig stärker genutzt werden, die weitverbreiteten Kohlekraft verringert werden. Kraftwerke seien in den USA „die größte Einzelquelle“ klimaschädlicher Kohlendioxidemissionen, sagte Obama. Sie könnten „jede Woche unbegrenzte Mengen“ schädlichen Kohlenstoffdioxids in die Luft blasen. „Im Interesse unserer Kinder, im Interesse der Gesundheit aller Amerikaner wird sich das bald ändern“, kündigte Obama an.

Jeder Bundesstaat soll dem Plan zufolge bis zum kommenden Jahr der Umweltschutzbehörde EPA mitteilen, wie er die für ihn festgelegten Emissionsziele erreichen will. Dabei solle vor allem der Umstieg auf erneuerbare Energie wie Solar- und Windenergie gefördert werden. Obama geht davon aus, dass deren Anteil an der gesamten Stromerzeugung bis 2020 auf 28 Prozent steigt.

Kommentare zu " Klimaschutz: Obamas Kampf gegen die Kohle"

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  • Obamas Kampf gegen Windmühlen
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    Jetzt will er also der Kohle den Garaus machen. Das wird wohl nicht.
    Den Bürgern ist wichtig, dass im Sommer die Klimaanlagen und im Winter die Heizungen funktionieren. Und das ist mit "Zufallstrom " nicht gewährleistet. Sie wollen eine sichere Stromversorgung.
    Außerdem hängen an der Kohle eine Menge Arbeitsplätze.

  • Mit diesen Kampf gegen die Kohle und den CO2-Bashing bzw. dem Märchen von der menschengemachten CO2-Klimaerwärmung, hat Obama und deren Wahlkampf schon einen sehr starken Schaden angerichtet. Den US Bürger interessiert in erster Linie, dass er einen Arbeit hat, dass sein Leben angenehm bleibt, dass die Sicherheit gewährt ist....und der Klimawandel ist nur für eine hanvoll von Menschen in den USA wichtig.
    Kohle, Gas, Oel steht für die Wirtschaft die Wirtschaft steht für Arbeitsplätze und Arbeitsplätze sind für jeden Bürger wichtig. Kohle, Gas und Oel können diese wirtschaftliche Wertschöpfungskette aufweisen, die den hochsubventionierten Erneuerbaren Energien komplett fehlt.
    Somit werden die Republikaner in den USA ein leichtes Spiel mit diesen marktfeindlichen und volkswirtschaftlich schädlichen "Grünen" Obama-Demokraten haben.

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