Klimaschutzabkommen
Was das Kyoto-Protokoll bedeutet

Nach jahrelangem Streit ist das Kyoto-Protokoll zur Reduzierung von Treibhausgasen am Mittwoch in Kraft getreten. Nicht mit dabei sind Länder wie die USA und Australien, die eine Ratifizierung des Abkommens ablehnen, solange es Ausnahmen für Schwellenländer wie Indien und China geben soll. Im Folgenden die wichtigsten Fakten zu dem Vertrag.

HB LONDON. Was ist das Kyoto-Protokoll? Die im Kern 1997 auf einer Konferenz der Vereinten Nationen (UN) im japanischen Kyoto ausgehandelte Klimaschutzvereinbarung verpflichtet die Teilnehmerländer, ihren Kohlendioxid-Ausstoß zwischen 2008 und 2012 auf ein Niveau reduziert zu haben, das um durchschnittlich 5,2  Prozent unter dem von 1990 liegt. Das Abkommen wurde von 141 Ländern ratifiziert.

Was sind Treibhausgase? Treibhausgase wie Kohlenstoffdioxid, Methan, FCKW und Stickstoffoxide halten die Wärme in der Erdatmosphäre fest. Durch die erhöhte Konzentration dieser Gase wird das Klima verändert. Der Schwerpunkt des Protokolls liegt darauf, Kohlendioxid zu verringern, das vor allem beim Verbrauch fossiler Brennstoffe entsteht.

Warum tritt das Abkommen erst jetzt in Kraft? Die Vereinbarung schreibt vor, dass das Abkommen erst in Kraft tritt, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind. Mindestens 55  Prozent aller Kyoto-Beteiligten müssen das Abkommen ratifiziert haben. Zugleich müssen die Teilnehmerstaaten mindestens 55  Prozent der Gesamtemissionen von 1990 abdecken. Diese Schwelle wurde erst mit dem Beitritt Russlands im vergangenen November erreicht.

Gelten für alle Länder die gleichen Regeln? Nein, lediglich für 39 relativ entwickelte Länder wurden konkrete Ziele vereinbart, die allerdings jeweils unterschiedlich ausfallen. Die alte EU der 15 Mitgliedsländer hat sich zu einer gemeinsamen Reduktion von acht Prozent unter das Niveau von 1990 verpflichtet. Bislang hat sie ihre Emissionen aber um lediglich 2,5  Prozent eingeschränkt. Insbesondere Spanien und Portugal, aber auch Irland und Griechenland belasten mit hohen Schadstoff-Wachstumsraten die Bilanz.

Wie setzten die Länder das Abkommen um? In Europa hat in diesem Jahr der Handel mit Emissionsrechten begonnen. Dabei werden Quoten an Unternehmen vergeben, die die zulässigen Ausstoßmengen festlegen. Um sie zu erfüllen, können die Unternehmen umweltfreundlichere Technologien einsetzen oder das Recht zu weiteren Emissionen - so genannte Emissionszertifikate - auf dem freien Markt kaufen. Reduzieren sie ihren Ausstoß stärker als vorgeschrieben, können sie ihre Abgasrechte ebenfalls weiterverkaufen. Darüber hinaus sind so genannte flexible Mechanismen vorgesehen. Darunter zählen Kooperationen zwischen Industrieländern sowie die Unterstützung ärmerer Länder mit nachhaltigen Umwelttechnologien.

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