Klimaschutzprotokoll in Kraft getreten: Das Kyoto-Protokoll wird international gefeiert

Klimaschutzprotokoll in Kraft getreten
Das Kyoto-Protokoll wird international gefeiert

Internationale Politiker und Umweltschützer haben das am Mittwoch in Kraft getretene Kyoto-Protokoll begrüßt, zugleich aber weitere Schritte zum Klimaschutz angemahnt. Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) würdige das nach mehr als sieben Jahren Verhandlungen nun gültige Protokoll zur Reduktion der Treibhausgase als „wahrhaft historisches Ereignis“.

HB KYOTO/BONN. Großbritanniens Premierminister Tony Blair ist „fest entschlossen“, die USA wieder zur Teilnahme an dem internationalen Dialog zum Klimaschutz zu bewegen. 141 Staaten, darunter auch Japan, Kanada und Russland, haben das Protokoll inzwischen ratifiziert. Sie hätten sich dabei auch nicht durch die USA blockieren lassen, die sich von dem Vertragswerk abgewendet hatten, sagte Trittin am Mittwoch bei einem Festakt in Bonn. Das Kyoto-Protokoll sei ein „dringend notwendiger erster Schritt auf einem langen Marsch zur Klima-Stabilisierung“, betonte der Umweltminister. „Erstmals gibt es einen völkerrechtlich verbindlichen Deckel auf den Ausstoß von Treibhausgasen.“ Weiteres Handeln sei aber dringlich, denn der Klimawandel schreite schneller voran, als selbst Klimaforscher es erwartet hätten.

Die Leitlinie der Europäischen Union (EU) sei es, eine globale Erwärmung um mehr als 2 Grad Celsius im Vergleich zu vorindustriellen Werten zu verhindern. „Wir sind heute schon bei 0,7 Grad globaler Erwärmung“, sagte Trittin. Bis zur Mitte des Jahrhunderts müssten die weltweiten Emissionen um etwa 50 Prozent gesenkt werden. Auch die USA - sie lehnen das Kyoto-Protokoll weiterhin ab - müssten wieder in den internationalen Klimaschutzprozess eingebunden werden, betonte Trittin. „Der größte Verursacher von Treibhausgas- Emissionen muss seiner Verantwortung gerecht werden.“ Es sei nicht akzeptabel, wenn in den USA bei gleichem Lebensstandard pro Kopf und Jahr zweieinhalb mal so viel Treibhausgase emittiert würden wie in Europa. Auch Entwicklungsländer müssten schrittweise umsteuern in Richtung einer klimagerechten Entwicklung.

Die kenianische Umweltschützerin und Friedensnobelpreisträgerin Maathai forderte mehr Anstrengungen zur Verringerung der Treibhausgase. Das Problem dabei sei, dass viele Menschen sich an ihren derzeitigen Lebensstil gewöhnt hätten. „Wir sind die Generation, die es noch schaffen kann, es anders zu machen“, sagte Maathai. „Die Biosphäre braucht das Kyoto-Protokoll.“ Die Menschen müssten begreifen, dass wir auf einem Planeten mit endlichen Ressourcen leben. Verantwortung dabei trügen auch die großen Industrienationen (G8). Ohne sie sei es unmöglich, die Millenniumsziele der Vereinten Nationen zu erreichen und die Armut Vergangenheit werden zu lassen.

Auch die Weltbank drängte in Washington auf eine Weiterentwicklung des Kyoto-Protokolls, um den Handel mit Emissionsgutscheinen auf lange Sicht zu sichern. Umweltfreundliche Projekte in Entwicklungsländern brauchten von der Konzeption bis zur Fertigstellung im Durchschnitt fünf Jahre. Weil das Kyoto-Protokoll nach jetzigem Stand 2012 auslaufe, sei nur noch wenig Zeit, um Projekte zu starten, für die noch Emissionskredite geltend gemacht werden können. Das Klimaschutz-Protokoll war im Dezember 1997 im japanischen Kyoto ausgehandelt worden. Lange war aber umstritten, auf welchen Wegen die Ziele des Vertrags erfüllt werden können, und viele Staaten zögerten mit der Ratifizierung.

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