Klimawandel als Tabuthema
Australien erklärt der Wissenschaft den Krieg

Die klimawandelskeptische konservative Regierung Australiens führt Krieg gegen die Wissenschaft. Seit dem Regierungswechsel rollen die Köpfe von Beamten und Experten. Von der Uno-Klimakonferenz meldet sich das Land ab.
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Die Uno-Klimakonferenz, die am Montag in Warschau beginnt, wird ohne einen Regierungsvertreter aus Australien stattfinden. Das gab Premierminister Tony Abbott bekannt. Die neue Regierung werde nicht einmal einen Staatsekretär zu den Gesprächen in Polen schicken.  

Wie Umweltminister Greg Hunt meinte, wolle er sich auf die Abschaffung der Klimasteuer konzentrieren, statt in Warschau über Maßnahmen zur Reduktion von Treibhaus-Emissionen zu debattieren. Diese Haltung reflektiert die dramatische Wende, die Australien seit der Wahl der konservativen Regierung im September in Umweltfragen erlebt. Maßnahmen gegen den Klimawandel sind zum Tabuthema geworden. Wissenschaftler, die auf die Gefahr der globalen Erwärmung hinweisen, fürchten um ihre Stelle.

Schon während des Wahlkampfes hatte Tony Abbott klar gemacht, er werde die von der vorherigen Laborregierung eingeführte Klimasteuer abschaffen. Auch eine minimale Abgabe auf die historisch hohen Gewinne der Bergbauunternehmen soll ersatzlos gestrichen werden. Damit spiegeln Abbott und die liberal-konservative Regierung ihre generell klimaskeptische Haltung wider. Der Premierminister hatte schon als Oppositionsführer gemeint, Klimawandelwissenschaften seien „Mist“.

Kaum Premierminister setzte er seine skeptische Position um. Nur ein paar Stunden im Amt schaffte Abbott die Klimakommission ab. Dieses Gremium hatte die Aufgabe, Regierung und Bevölkerung unparteiisch über die Bedrohung zu informieren, die Klimawandel darstellt. Im Oktober, während der verheerenden Brände in den Blue Mountains westlich von Sydney, stellte Abbott jegliche Verbindung zwischen Klimawandel und extremen Feuersbrünsten in Abrede. Damit widersprach er den Aussagen und Erkenntnissen der Vereinten Nationen sowie einer Vielzahl von Wissenschaftlern.

Kommentare zu " Klimawandel als Tabuthema: Australien erklärt der Wissenschaft den Krieg"

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  • @ Sonnenschein

    Korrekt! Die Wahrscheinlichkeit das es in 1000 Jahren KEINE Menschliche ZIVILISATION mehr gibt ist sehr hoch!

  • @ Pit

    Dann nehemen Sie mal die Tomaten von den Augen dann sehen Sie die Auswirkungen!
    Oder warten Sie einfach bis Ihre Hütte auch noch wegschwimmt!
    PS: Gegen Dummheit ist halt kein Kraut gewachsen!

  • @ Wissend

    Sie gehörem lieber zu den ewig Gestrigen die sich aus Dummheit selber umbringen!

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