Klimawandel
Bundesregierung will G7 an Klimaschutz beteiligen

Die Bundesregierung will die G7-Länder beim Klimaschutz zur Kasse bitten – und geht mit gutem Beispiel voran. Deutschland kündigt eine Klimarisiko-Versicherung mit einer Versicherungssumme von 150 Millionen Euro an.
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BerlinIndustrienationen dürfen die Entwicklungsländer mit den Folgen des Klimawandels nicht alleine lassen – dafür will Gastgeber Deutschland beim G7-Gipfel in Bayern werben. Um mit gutem Beispiel voranzugehen, kündigte die Bundesregierung am Donnerstag deutsche Finanzhilfen für Klimarisiko-Versicherungen von 150 Millionen Euro bis 2016 an. „Die Entwicklungsländer tragen am wenigsten bei zum Klimawandel, aber sie haben die größten Lasten zu tragen“, sagte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) bei einer Vorbereitungskonferenz für den G7-Gipfel. Das Treffen der Staats- und Regierungschefs der wichtigsten westlichen Industrienationen soll am 7. und 8. Juni auf Schloss Elmau stattfinden.

Subventionierte Klimarisiko-Versicherungen sind ein neues Werkzeug, mit dem Bauern und andere Betroffene nach Überschwemmungen oder Dürre-Perioden schnell und preiswert unterstützt werden sollen, anstatt später große UN-Hilfsprogramme aufzulegen. Ein Beispiel, das die Gipfelteilnehmer von dieser Idee überzeugen soll, ist eine afrikanische Versicherungsgesellschaft, die im Falle einer Dürre Notfallprogramme finanziert. Wer besser vorsorgt, zum Beispiel durch klimaresistentes Saatgut, zahlt niedrigere Prämien.

Die African Risk Capacity war 2014 mit jeweils 50 Millionen US-Dollar Startkapital aus Deutschland und Großbritannien gegründet worden und hat bisher vier Kunden: Mauretanien, Kenia, Niger und Senegal. Die Versicherungsgesellschaft hatte nach der Dürre in der Sahelzone Ende 2014 rund 26 Millionen US-Dollar an Mauretanien, Niger und Senegal ausgezahlt. Damit konnten neues Saatgut, Nahrung und Futter für das Vieh beschafft werden. Die Bundesregierung sähe ähnliche Versicherungsprodukte gerne auch in anderen Regionen. „Das ist ein interessanter Ansatz, der gut funktionieren kann, wenn sichergestellt wird, dass die Hilfe auch bei denjenigen ankommt, die sie am dringendsten brauchen“, sagte Michael Kühn von der Welthungerhilfe.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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