Klimawandel
Kalifornien scheffelt mit Emissionshandel Millionen

Als erster US-Bundesstaat hat Kalifornien Emissionszertifikate verkauft. Sie geben Unternehmen das Recht, eine bestimmte Menge CO2 in die Atmosphäre zu pusten. Die Auktion war erfolgreich - allen Unkenrufen zum Trotz.
  • 8

Washington/San FranciscoIm Kampf gegen die Klimaerwärmung hat Kalifornien als erster US-Bundesstaat Emissionszertifikate verkauft. Bei der ersten Auktion seien 233 Millionen Dollar (182 Millionen Euro) in die Kasse gekommen, teilte die federführende Behörde am Dienstag mit.

Mit dem Verkauf aller 23,1 Millionen Zertifikate ist das zweitgrößte Emissionshandelssystem der Welt nach dem der Europäischen Union (EU) erfolgreich in Kraft getreten. Es hatte Zweifel gegeben, ob ein solches System in den USA funktionieren würde.

Viele der Großverschmutzer hatten sich im Vorfeld zu einem Interessenverband gegen den Emissionshandel zusammengeschlossen. Sie fürchten „schwere und zerstörerische Auswirkungen“ für die kalifornische Wirtschaft und höhere Preise für die Konsumenten. Viele Unternehmen könnten umziehen in Bundesstaaten mit weniger strengen Klimaschutzgesetzen, schrieben sie in einer Petition an Gouverneur Jerry Brown.

Beim Emissionshandel erkaufen sich Unternehmen das Recht, eine bestimmte Menge des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre zu pusten. Bis 2020 will Kalifornien den Ausstoß von CO2 und anderen Klimakillern um 17 Prozent reduzieren.

Der CO2-Emissionshandel ist Teil eines schon 2006 beschlossenen Gesetzespakets zum Klimaschutz. Kalifornien ist der größte, reichste und produktivste US-Bundesstaat. Auf sich allein gestellt wäre der Staat die neuntgrößte Volkswirtschaft der Welt. Der ambitionierte Versuch, den Ausstoß von Treibhausgasen auf den Stand von 1990 zurückzuschrauben, wird deshalb landesweit teils mit Argwohn, teils mit Interesse beobachtet.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Klimawandel: Kalifornien scheffelt mit Emissionshandel Millionen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Endlich mal ein Artikel, der schon im Titel sagt, warum es eigentlich geht (hier am Beispiel des Pleite US-Staates Kalifornien):
    "Die Kunst der Besteuerung liegt darin, die Gans so zu rupfen, daß sie unter möglichst wenig Geschrei so viele Federn wie möglich läßt." Jean Baptiste Colbert, 1619 - 1683, franz. Finanzminister, der sich wahrscheinlich totgelacht hätte, hätte man ihm erzahlt, daß es seinen Nachfolgern irgendwann einmal gelingt, die Luft zu besteuern

  • Die oftmals genannten -15 °C sind ein theoretischer Wert, der für eine Erde mit einer Atmosphäre, ähnlich der realen, aber ohne Treibhauseffekt gelten würde.

    Bei einer Erde ohne Atmosphäre würde die Sonneneinstrahlung ohne atmosphärische Streuungsverluste direkt auf die Erde treffen, wie das beim Mond der Fall ist. Die -15 °C beschreiben diesen Fall nicht.

  • "Leider wird an unseren Schulen inzwischen eine idelogisch geprägte Physik gelehrt."
    Nicht nur an den Schulen. Der atmosphärische Treibhauseffekt wird in jeder Grundlagenvorlesung der Atmosphärenphysik an den Universitäten behandelt. Das ist auch Roy Spencer, David Lindzen oder Horst-Joachim Lüdecke klar. Es ist ähnlich wie bei der Evolutionstheorie: sie gehört in den Biologieunterricht. Und Lehrer, die mit Kreationismus daherkommen, können Probleme bekommen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%