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17.11.2007 
UN-Generalsekretär verlangt sofortiges Handeln

Klimawandel „wie ein Science-Fiction-Film“

Der Weltklimarat IPCC hat mit seinem jüngsten Papier einen eindringlichen Warnruf vor den Auswirkungen der Erderwärmung in die Welt gesendet. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die politischen Führer der Welt aufgerufen, den Klimawandel schnellstmöglich und mit aller Entschiedenheit zu bekämpfen, denn „die schlimmsten Szenarien des IPCC sind so angsterregend wie ein Science-Fiction-Film“.

Sandstrand von Aitutakie. Durch schmelzende Eisberge und Gletscher steigt der Wasserspiegel des Pazifiks. Foto: ArchivLupe

Sandstrand von Aitutakie. Durch schmelzende Eisberge und Gletscher steigt der Wasserspiegel des Pazifiks. Foto: Archiv

HB VALENCIA. In dem jüngsten Weltklimabericht nennen Forscher und politische Delegationen so deutlich wie nie zuvor den Menschen als Verursacher der Erderwärmung. „Die schlimmsten Szenarien des IPCC sind so angsterregend wie ein Science-Fiction-Film“, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bei der Vorstellung des Dokuments in Valencia.In dem Papier hatten Forscher und Politiker auf wenigen Seiten die Kernaussagen des diesjährigen Weltklimaberichts zusammengefasst. Es soll als wissenschaftliche Grundlage für die UN- Klimakonferenz auf Bali im Dezember dienen.

Die Bedrohung für den Menschen sei real, das mache der Report ganz klar, sagte Ban weiter. Mit entschiedenem Handeln könnten jedoch die schlimmsten Szenarien verhindert werden. Die Gelegenheit dazu hätten die Politiker bei der Klimakonferenz auf Bali. „Die Nachricht kann nicht einfacher sein“, erklärte er mit Blick auf das Dokument, das er als erster vom Chef des Weltklimarates, Rajendra Pachauri, erhalten hatte. „Die Gefahren sind real und können einfach bekämpft werden.“


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Dieser Prozess müsse bei der UN-Klimakonferenz auf Bali beginnen. Dort solle ein Weg zur Reduktion der Treibhausgase starten, dem alle Länder zustimmen könnten, sagte Ban. Diese Verhandlungen müssten bis 2009 abgeschlossen sein, verlangte er. „Es gibt keine Zeit mehr zu verschwenden. Die Forscher haben klar und mit einer Stimme gesprochen.“ Dies erwarte er auf Bali nun auch von den Politikern. Die UN-Klimakonferenz sei der Ort, an dem es politische Antworten auf die wissenschaftlichen Ergebnisse geben müsse.

Pachauri sagte: „Glücklicherweise hat die Menschheit einige Möglichkeiten, zu handeln.“ Die Techniken zu einer Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes seien vorhanden und könnten auch wirtschaftlich umgesetzt werden. Zugleich warnte er: Selbst wenn die Kohlendioxid-Konzentration auf dem Stand von heute bliebe, werde das den Meeresspiegel auf Jahrhunderte hinaus nicht stabilisieren. Zudem hätten sich seit den 1970er Jahren die Dürregebiete vergrößert. Der neue Bericht nenne als besonders gefährdete Regionen unter anderem die großen Flussdeltas Asiens und Afrikas. 20 bis 30 Prozent der bekannten Arten seien in Gefahr, auszusterben, sagte Pachauri.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: „Wir haben den Schlüssel zum Stop der globalen Erderwärmung in unseren Händen“

Die Arbeit des Klimarates sendet nach Überzeugung der Umweltstiftung WWF das „stärkstmögliche“ Signal an die Regierungen, in zwei Wochen auf Bali mit der „tiefgreifenden“ Reduktion der Treibhausgase zu beginnen. WWF-Klimachef Hans Verolme ergänzte: „Die harten Fakten sind, dass wir den Klimawandel verursacht haben, und es ist ebenso klar, dass wir den Schlüssel zum Stopp der globalen Erwärmung in unseren Händen haben.“

Die USA begrüßten den Klimabericht. „Wir haben eine sehr ausgewogene Position erreicht“, meinte die US-Delegationsleiterin bei den Verhandlungen des Weltklimarates, Sharon Hayes. Kritiker hatten den USA vorgehalten, sie hätten bei den Verhandlungen in Valencia versucht, den Klimabericht zu verwässern. Der Verantwortliche für Umweltpolitik im Weißen Haus, Jim Connaughton, betonte, dass rasches Handeln notwendig sei. Allerdings nannte er keine konkreten Zahlen oder Daten beim Vorgehen gegen die Erderwärmung.


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Nach Ansicht der Umweltschutzorganisation Greenpeace gibt der Report Grund zur Besorgnis. „Wer sich jetzt noch weigert die CO2- Notbremse zu ziehen, setzt das Leben unzähliger Menschen und Tiere aufs Spiel. Ausreden lässt dieser Bericht nicht mehr zu“, sagte Greenpeace-Klimaexpertin Gabriela von Goerne. Die Staatengemeinschaft solle in den kommenden zwei Jahren ein internationales Klimaschutzpaket vereinbaren, das Industrieländer verpflichtet, ihre Treibhausgase bis zum Jahr 2020 um mindestens 30 Prozent im Vergleich zu 1990 zu verringern.

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