KMT spricht von inszeniertem Attentat
Massenproteste in Taiwan gegen Wahlergebnis

In Taiwans Hauptstadt Taipeh haben Hunderttausende gegen Staatspräsident Chen protestiert. Sie werfen ihm vor, seine Wiederwahl manipuliert zu haben. Chen will die Stimmen neu auszählen lassen.

Taiwans am vergangenen Wochenende wiedergewählter Staatspräsident Chen Shui-bian hat angesichts von Massenprotesten gegen den Wahlausgang zugesagt, die Stimmen so schnell wie möglich neu auszählen zu lassen. Er sei bereit, die Gerichte um den Verzicht auf eine Anhörung zu bitten, damit die Neuauszählung sofort beginnen könne.

Außerdem sagte Chen, der Führer der Demokratischen Volkspartei (DDP) ist, am Samstag in der Hauptstadt Taipeh, er wolle mit seinem unterlegenen Herausforderer Lien Chan am Montag beraten, wie die politische Krise gelöst werden könne. Zuvor hatten am Morgen fast eine halbe Million Menschen gegen das umstrittene Wahlergebnis protestiert.

Die Menge demonstrierte auf dem Boulevard vor dem Amtssitz des Staatspräsidenten. Sie warf Chen vor, die Wahl am 20. März manipuliert zu haben. Zu der Kundgebung hatte die oppositionelle Kuomintang-Partei (KMT) aufgerufen, deren Vorsitzender Lien ist. Er erneuerte seine Forderung nach Neuwahlen.

Andernfalls werde die Opposition am 20. Mai erneut auf die Straße gehen, kündigte Lien an. An diesem Tag tritt Chen seine zweite Amtszeit an. Er hatte die Wahl am vergangenen Samstag mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,2 Prozent oder 30.000 Stimmen gewonnen. Das Weiße Haus gratulierte Chen unterdessen zum Wahlsieg.

Die KMT hatte Taiwan von 1949 bis zu Chens Machtübernahme vor vier Jahren mit harter Hand regiert. Sie wirft ihm nicht nur Wahlfälschung vor, sondern verdächtigt ihn auch, ein Attentat vorgetäuscht zu haben.

Dabei waren Chen und seine Stellvertreterin einen Tag vor der Abstimmung leicht verletzt worden waren. Der Vorwurf des Täuschungsmanövers wurde von der Regierung energisch zurückgewiesen.

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