Knappe Mehrheit: Griechenland privatisiert Stromnetzbetreiber

Knappe Mehrheit
Griechenland privatisiert Stromnetzbetreiber

Griechenland muss im Gegenzug zu den europäischen Milliardenhilfen zahlreiche Unternehmen privatisieren. Jetzt ist der staatliche Stromnetzbetreiber ADMIE dran. Die Entscheidung im griechischen Parlament fiel knapp aus.
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AthenDas griechische Parlament hat grünes Licht für die Privatisierung des Stromnetzbetreibers ADMIE gegeben. Die Abgeordneten der Koalitionsregierung aus der konservativen Nea Dimokratia von Ministerpräsident Antonis Samaras und der sozialistischen Pasok-Partei stimmten am Mittwoch mit knapper Mehrheit für den geplanten Verkauf von 66 Prozent der Anteile.

Für die Vorlage votierten 151 der insgesamt 300 Abgeordneten. Nach Angaben des Umweltministeriums soll die Ausschreibung in den kommenden Wochen erfolgen.

Griechenland muss im Gegenzug für die Milliardenhilfen von Eurostaaten und Internationalem Währungsfonds zahlreiche Unternehmen privatisieren, um seinen Staatshaushalt zu sanieren.

Bislang gingen die Privatisierungen aber nur sehr schleppend voran. Bis zum Jahr 2016 sollen auch Teile der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft DEI verkauft werden. Der staatliche Anteil soll von 51 auf 34 Prozent sinken.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Knappe Mehrheit: Griechenland privatisiert Stromnetzbetreiber"

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  • @heine
    “Der Staat (Griechenland) hat also nur (einmalig) den Verkaufserlös und sonst nichts davon. Ein tolles Geschäft!”

    Das tolle Geschäft besteht nicht nur im einmaligen Verkauf, sondern in der darauf folgenden immer währenden Ersparnis in Höhe der exklusiven Beamtengehälter. Die überdimensionierte Zahl der Mitarbeiter der Energiegesellschaften sind verbeamtet und zählen unter der Beamtenschaft zu den bestbezahlten überhaupt. Sie haben sich in der Vergangenheit dank starker Gewerkschaften überaus reichlich an den Einnahmen des Staates (meist aus der EU) bedient und sich selbst sowie natürlich den “Arbeitervätern” (das sind die Gewerkschaftsfunktionäre) feine Gehälter gewährt. Zusätzlich gab/gibt es noch andere Vorteile, wie z.B. deutlich ermäßigte Strompreise für Beschäftigte.
    Zwar wird man mit dem Verkauf nicht automatisch alle Beamten los, aber es werden doch Zeichen gesetzt - die Ära der unkontrollierten Selbstbedienung mit immer wieder nachwachsenden Geldern aus Brüssel ist vorbei.
    Die Brüsseler Gelder kommen zwar noch, aber sie dürfen nicht mehr für die eigenen Bedarfe ausgegeben werden, sondern fließen so gut wie vollständig in die Schuldentilgung.
    Natürlich werden immer wieder neue Kredite gewährt - das ist ja auch ein Super-Deal, bei dem die Banken nur gewinnen können, sind doch die Zinsen und die Rückzahlung durch die EZB und damit durch uns garantiert. Alte Schulden werden mit neuen, höheren Schulden bezahlt. Denn auch die entstandenen zinsen müssen ja getilgt werden.

    Nur WIR und das griechische Volk hat absolut NICHT von dieser immer wiederkehrenden Neuverschuldung - WIR dürfen das alles nämlich bezahlen.
    Im Mai werde ich deshalb bei der EU-Wahl aus purer Überzeugung die AfD wählen, damit diesem Wahnsinn endlich ein Ende gesetzt wird.

  • Die Sanierung Griechenlands bleibt eine Schnecke. Die Privatisierungen hätten längst abgewickelt sein können. Ohne sie gibt es kein frisches Kapital für MOdernisierungen und damit keine Aussichten auf künftiges nachhaltiges Wirtshcaftswachstum. Aber immer klammern sich die griechischen Parteien an ihre Staatswirtschaftspfründe. Stattdessen nimmt Athen lieber die kleinen Leute aus.




  • Welche Macht der Welt ersteht einen Stromnetzbetreiber in Griechenland und erzielt dabei mittelfristig Gewinn ?

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