Knapper Wahlausgang
Kopf-an-Kopf-Rennen bei Mexiko-Wahl

Die Präsidentschaftswahl in Mexiko ist am Sonntag so knapp ausgegangen, dass sämtliche Stimmzettel manuell ausgezählt werden müssen. Die Bekanntgabe des Ergebnisses wurde deshalb auf das kommende Wochenende verschoben. Die beiden Spitzenkandidaten beanspruchten unterdessen den Sieg jeweils für sich.

HB MEXIKO-STADT. Die Nationale Wahlkommission (IFE) teilte in der Nacht zum Montag mit, dass die Bekanntgabe des Resultats auf das kommende Wochenende verschoben werde. Zuvor hatten die Favoriten, der Linkspolitiker Andrés Manuel López Obrador und der konservative Felipe Calderón, den Sieg auf Grund eigener Umfragen für sich reklamiert.

Der Präsident des IFE, Juis Carlos Ugalde, erklärte im mexikanischen Fernsehen, die Differenz in den Prognosen zwischen den beiden führenden Bewerbern sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt so knapp, dass sich keine klare Tendenz erkennen lasse. Er teilte mit, dass deshalb zur Sicherheit alle Stimmzettel ab Mittwoch in den 300 Wahlbezirken manuell ausgezählt würden. Dieser Vorgang wird nach Angaben des IFE bis zum kommenden Sonntag dauern.

Unmittelbar im Anschluss an die Erklärung des IFE appellierte Präsident Vicente Fox an die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren. Er bat die Präsidentschaftskandidaten, die demokratischen Spielregeln zu beachten und auf die offizielle Bekanntgabe des Resultates durch das IFE zu warten.

Mehrere Tausend Anhänger von Andrés Manuel López Obrador, dem früheren Bürgermeister von Mexiko-Stadt, versammelten sich auf dem Zócalo-Platz im historischen Zentrum der Hauptstadt. López erklärte, die demokratischen Institutionen des Landes wie das IFE anzuerkennen, sagte aber unter dem Jubel der Menge: „Nach den Informationen unserer Partei haben wir die Präsidentschaft gewonnen.“

Er werde, sobald das IFE diese Angaben bestätigt haben werde, damit beginnen, einen nationalen Pakt aufzubauen, um die verfeindeten Kräfte zu befrieden. Auch Felipe Calderón von der Partei der Nationalen Aktion (PAN) reklamierte kurz darauf vor seinen Anhängern den Sieg auf Grund von mehreren eigenen Umfragen für sich.

Bei den ebenfalls am Sonntag abgehaltenen Parlamentswahlen liegt die PAN laut den Prognosen der Fernsehsender in Führung. Sie erzielte für ihre Deputierten 35 Prozent der Stimmen, gefolgt von der López- Partei (PRD), die 31 Prozent erhielt. Die Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) von Roberto Madrazo kam auf 22 Prozent der Wählerstimmen. Damit ist sehr wahrscheinlich, dass die Opposition jeweils stark genug sein wird, um die Regierungspolitik zu blockieren.

Bei den Bürgermeisterwahlen in Mexiko-Stadt siegte der Kandidat der PRD von Lopez Obrador. Bei den Gouverneurswahlen in drei Bundesstaaten siegten die Kandidaten der PAN.

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