Koalitionsgespräche
Papandreou sucht den nationalen Konsens

Mit der gewonnenen Vertrauensabstimmung im Rücken hat der griechische Premier Papandreou einen ersten Anlauf zur Bildung einer Übergangsregierung unternommen. Doch die Opposition hält bisher an ihrer Kritik fest.
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AthenDer griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou hat einen politischen Konsens im Land angemahnt, um Griechenlands Mitgliedschaft in der Eurozone zu sichern und vorgezogene Wahlen zu vermeiden. Papandreou trifft darum mit Staatspräsident Karolos Papoulias zusammen, um mit ihm die Möglichkeiten einer "nationalen Zusammenarbeit" zu erläutern. Die neue Koalition soll vier Monate im Amt bleiben und sicherstellen, dass das Land die dringend benötigen Hilfszahlungen erhält. 

Eine Übergangssregierung sei nötig „um sicherzustellen - für Griechenland und unsere Partner - dass wir unsere Verpflichtungen einhalten können“, sagte Papandreou zu Beginn des Treffens mit Papoulias. Mangelnde Zusammenarbeit könne dazu führen, dass Zweifel am Wunsch des Landes nach einem Verbleib in der EU und in der Eurozone entstünden. Allerdings ist unklar, ob die oppositionellen Konservativen und andere Parteien überhaupt an den Gesprächen teilnehmen und ihre Forderung nach Neuwahlen fallen lassen. 

Bei der Vertrauensabstimmung in der Nacht zum Samstag stimmten mehr Abgeordnete für den Regierungschef als seiner sozialistischen Partei Pasok angehören. 153 sprachen Papandreou ihr Vertrauen aus, 145 stimmten gegen ihn. Dem griechischen Parlament gehören 300 Mandatsträger an, 152 von ihnen sind Sozialisten. 

Vor Beginn der Vertrauensabstimmung im Parlament warb Papandreou noch einmal um Unterstützung für das Ende Oktober nach einem Gipfel-Marathon von den Euro-Ländern beschlossene Rettungspaket, das unter anderem einen Schuldenschnitt für Griechenland vorsieht. Papandreou sagte, diese Chance müsse ergriffen werden, vorgezogene Neuwahlen wären eine Katastrophe. 

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"Wir müssen organisiert vorgehen"

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