Koch-Netzwerk Milliardärs-Brüder stellen sich gegen Trump

Die Geschäftsleute Charles und David Koch scharen alle zwei Jahre einen Kreis von schwerreichen Wirtschaftsbossen um sich. Das mächtige Politiknetzwerk hat Donald Trumps Kurs genau im Blick – und droht mit Widerstand.
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Es gebe Bedenken, dass der Präsident einen „autoritären“ Regierungsstil entwickle, hieß es am Wochenende aus dem Koch-Netzwerk. Quelle: AFP
Donald Trump

Es gebe Bedenken, dass der Präsident einen „autoritären“ Regierungsstil entwickle, hieß es am Wochenende aus dem Koch-Netzwerk.

(Foto: AFP)

Indian WellsDie Entscheidungen, die Donald Trump im Eiltempo per Erlass fällt, stoßen nicht nur der Opposition, quer durchs Volk und im Ausland bitter auf. Auch in der eigenen Partei wächst die Kritik. Ebenso wie die Sorge über den Politikstil – nicht zuletzt bei dem wohl einflussreichsten politischen Netzwerk der Konservativen: dem der Milliardäre Charles und David Koch.

Es gebe Bedenken, dass der Präsident einen „autoritären“ Regierungsstil entwickle, hieß es am Wochenende aus dem Netzwerk. Und überhaupt: Sollte Trump sich nicht länger an eine „freie und offene Gesellschaft“ gebunden fühlen, werde man sich dem widersetzen.

Vertraute der Gebrüder Koch, die dem Libertarismus anhängen und weniger Marktregulierung fordern, kritisierten etwa Pläne der neuen Regierung, mehrere hundert Milliarden in Infrastrukturprojekte zu investieren. Aber die Finanzgeber des Politnetzwerks verurteilten auch Trumps Einreisestopp für Bürger einer Reihe von Ländern mit muslimischer Mehrheit.

„Es schadet uns, wenn wir so positioniert werden, als ob wir ganze Gruppen von Menschen hassen“, sagt Sponsor Erick Brimen. „Es hat Amerika immer stark gemacht, dass es ein Ort war, der die besten und schlausten willkommen geheißen hat“, erklärt der gebürtige Venezolaner. „Die Botschaft muss laut und klar sein, dass wir ein solcher Ort bleiben wollen, egal von wo jemand kommt.“ Brimen ist Chef eines Aktienhandelsunternehmens und unterstützt das Koch-Netzwerk von Stiftungen und Institutionen in diesem Jahr mit mindestens 100.000 Dollar (rund 93.000 Euro). Das tun auch die mehr als 500 weiteren Sponsoren, die sich mit ihm am Wochenende in Kalifornien getroffen haben.

Immer wieder geht es bei den Gesprächen in dem Luxushotel um die Trump-Politik. Die Atmosphäre wird reflektiert von einer offiziellen Erklärung des Koch-Netzwerks vom Sonntag. Dort heißt es, Trumps Einreiseverbot „ist der falsche Ansatz und wird vermutlich kontraproduktiv sein“.

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7 Kommentare zu "Koch-Netzwerk: Milliardärs-Brüder stellen sich gegen Trump"

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  • Wenn Donald Trump in diesem Tempo weitermacht, hat sich der Fall in drei Monaten erledigt.

  • @Mark Hoffmann
    "Und seit seinen Wahlsieg ist Trump noch stärker geworden und hat noch mehr Rückhalt in der Gesellschaft der USA bekommen."
    Von welchem Rückhalt sprechen Sie denn? Trump hat einen der niedrigsten Zustimmungswerte aller Präsidenten aus der eigenen Bevölkerung.

    Oder war das einer dieser "alternativen Fakten", wie bei der Vereidigung?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • @Lothar dM
    Diese sog. Eliten aus der Finanz- Kapitalbranche wollten schon Trump während des Wahlkampfes stoppen. Ist denen nicht gelungen. Trump mit seinen Team war schon damals erfolgreicher als diese Eliten. Und seit seinen Wahlsieg ist Trump noch stärker geworden und hat noch mehr Rückhalt in der Gesellschaft der USA bekommen.

  • Die großen Wirtschafts- und Finanzbosse fürchten um ihre Margen, wenn sie nicht mehr dumping-billig im Ausland produzieren und im Inland zu hohen Preisen verkaufen können. Es droht ein Putsch gegen Trump, so viel ist klar geworden in den letzten Tagen.

    Die Frage ist, wer kann sich durchsetzen? Der Souverän, insb. Mittel- und Arbeiterschicht, die Trump gewählt haben oder die Wirtschafts- und Finanzelite, die Trump verhindern wollten zugunsten ihrer Geschäfte.

    Wem Merkel dient, wird bei dieser Betrachtung auch völlig klar. Es ist sicherlich nicht die Arbeiter- und Mittelschicht in Deutschland.

  • Hier wird wieder versucht aus einer Mücke einen Elefanten zu machen.
    Es ist nur eine Minderheit in den USA, die sich gegen das Wirtschaftsprogramm bzw. das Parteiprogramm von Trump stellt. Auch die Koch Brüder begrüßen das Dekret zum Bürokratieabbau, dass Trump erlassen hat. Es befreit die Wirtschaft der USA von den Fesseln der Bürokraten. Also genau das, was die Koch Brüder wollen. Kommt die Wirtschaft in den USA mit den Dekreten die Trump erlassen hat wieder in Schwung, so können die Koch Brüder und andere Milliarden schwere Unternehmer sehr zu frieden mit Trump sein. Es es dem Land gut so geht es auch den Milliardären (Unternehmer) gut...dass sollten die Kochs und andere noch von Trump lernen. Danke!

  • Contra geben!
    Trump hat auch dekretiert, dass bis auf weiteres keine Flüchtlinge, insbesondere keine aus Syrien, mehr in die USA aufgenommen werden. Das gilt insbesondere auch für Flüchtlinge aus Ländern und Regionen, in denen die Politik der USA in den letzten 30 Jahren zu dem barbarischen, unmenschlichen Schlamassel und dem damit verbundenen Flüchtlingsstrom, wie es sich heute darstellt, wesentlich beigetragen hat - wie insbesondere im Nahen Osten.
    Lassen wir - ganz im Sinne der Trump'schen Politik - die USA dafür bezahlen und beteiligen sie anteilig an den Flüchtlingskosten! Schäuble hat ja dankenswerterweise gerade die Flüchtlingskosten für Deutschland auf jährlich 22 Mrd. € beziffert. Macht anteilig - nach meiner Schätzung - rd. 10 Mrd.€ für die USA. Auf die Amtszeit von Trump hochgerechnet: 40 Mrd.€
    Ob Merkel den Mumm hat, diese Rechnung ggü. Trump aufzumachen? Oder trauen wir das dem "Haudegen" Schulz eher zu?
    Verkehrte, postfaktische Welt?
    http://youtu.be/QqoSPmtOYc8
    Viel Spaß beim Anhören!
    PS: Wer einen Clown zum Präsidenten wählt, darf sich nicht wundern, wenn das Land zum Circus degeneriert.

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