König Salmans Krieg: Warum Saudi-Arabien den Jemen bombardiert

König Salmans Krieg
Warum Saudi-Arabien den Jemen bombardiert

Saudi-Arabien führt eine Allianz arabischer Staaten im Jemen in den Krieg – gegen eine kleine schiitische Miliz. Deren Schicksal ist für Riad dabei zweitrangig: Der Vorstoß zielt auf einen anderen Rivalen ab.
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Scharm el ScheichAls sich die arabischen Staatsoberhäupter daran machen, über das Schicksal seines Landes zu entscheiden, sitzt der jemenitische Präsident zunächst nur stumm in der zweiten Reihe. Abed Rabbo Mansur Hadi war wochenlang in seinem eigenen Land vor schiitischen Rebellen geflohen, zuletzt brachte ihn Saudi-Arabien in Sicherheit.

Gemeinsam mit dem saudischen König Salman flog Hadi nun ins ägyptische Scharm el Scheich zur Tagung der Arabischen Liga. Zwei Tage lang traf sich die Liga in dem Badeort - eigentlich sollte vor allem über den Kampf gegen den Terror beraten werden, doch drehte König Salman das Thema rasch in Richtung Krieg.

Seit Monaten beherrschen die schiitischen Huthi große Teile des Jemens. Die Rebellen vertrieben die Regierung aus der Hauptstadt Sanaa. Deren „Aggression sei eine enorme Gefahr für die Sicherheit und Stabilität der gesamten Region“, warnte nun Salman, „sowie für die Welt“.

Seit vier Tagen bombardiert eine von Riad angeführte Allianz Stellungen der Huthi. Beim Liga-Treffen nun schwor König Salman die arabischen Staaten endgültig auf seinen Krieg - die Operation „Sturm der Entschlossenheit“ – ein. Denn hinter den Rebellen steckt nach Ansicht des Monarchen noch mehr: „Im Jemen haben es fremde Kräfte der Huthi-Miliz, obwohl sie nur eine kleine Gruppe ist, ermöglicht, einen Putsch gegen die Regierung zu starten.“

Mit den „fremden Kräfte“ meint Salman den Erzrivalen Iran. Der schiitische Staat gilt als heimlicher Financier der Huthi-Rebellen. Der Volksstamm erinnert an die von Iran unterstütze Hisbollah im Libanon. Teheran wolle so Einfluss im bettelarmen Jemen erlangen, mutmaßen Beobachter - und damit neben dem Libanon, Syrien und dem Irak eine neue geostrategische Schneise in den Nahen Osten schlagen.

Zwar verfügt der Jemen nur über wenig Ölvorkommen. Über die Meerenge Bab al-Mandab vor der jemenitischen Küste werden jedoch täglich rund vier Millionen Barrel Öl transportiert. Sie ist zudem eine wichtige Verbindung zwischen dem Mittelmeer und Asien. Saudi-Arabien und Ägypten stationierten bereits am Freitag Kriegsschiffe vor Ort.

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