Kofi Annan: Das diplomatische Gewissen der Welt

Kofi Annan
Das diplomatische Gewissen der Welt

Kofi Annan war der erste Schwarzafrikaner, der zum UN-Generalsekretär berufen wurde. Mit Charisma und viel diplomatischem Gespür hat er sich weltweit großes Ansehen erworben als Anwalt für Frieden und Gerechtigkeit.
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BerlinIn seinen zehn Jahren an der Spitze der Vereinten Nationen galt Kofi Annan als das moralische Gewissen der Welt. 1997 als erster Schwarzafrikaner zum UN-Generalsekretär berufen, setzte sich der gebürtige Ghanaer mit Charisma und diplomatischem Geschick für Arme und Unterdrückte ein, warb für Frieden und Gerechtigkeit und bot den USA im Streit um den Irakkrieg die Stirn. Immer wieder bekam er aber auch die Ohnmacht der Weltorganisation zu spüren. 2001 erhielt er zusammen mit den Vereinten Nationen den Friedensnobelpreis.

Am 8. April 1938 geboren, verbrachte Annan fast sein gesamtes Berufsleben bei den UN. Nach einem Verwaltungsstudium in Genf und den USA kletterte er schnell die Diplomatenleiter hinauf und lernte die Organisation auf mehreren Posten von Grund auf kennen. 1993 erhielt er als Untergeneralsekretär für die weltweiten Friedenseinsätze eine Schlüsselposition im Haus.

Auf Vorschlag der USA, die sich einer zweiten Amtszeit des damaligen Generalsekretärs Butros Butros-Ghali widersetzten, wurde Annan 1996 in das Spitzenamt gewählt. Ihm gelang es, der verschuldeten und als unbeweglich geltenden Organisation neues Ansehen zu verschaffen. Fünf Jahre später hatte er sich international einen solchen Ruf erworben, dass seine Wiederwahl unumstritten war.

Von einem beschaulichen Ruhestand an seinem Wohnort Genf kann seit dem Abschied von den Vereinten Nationen Ende 2006 keine Rede sein. Der mit einer schwedischen Juristin verheiratete Afrikaner ist Mitglied im Rat der „Elders“, einer Gruppe ehemaliger politischer Führer, zu denen unter anderen der ehemalige südafrikanische Präsident Nelson Mandela und Ex-US-Präsident Jimmy Carter gehören. Besonders liegt Annan die Entwicklung seines besonders stark vom Klimawandel, Dürre und Hunger betroffenen Heimatkontinents am Herzen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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