Kohlendioxid-Ausstoß
Autohersteller streiten um Abgasnormen

Die europäische Automobilindustrie will die Pläne der EU-Kommission zur Einführung gesetzlicher Abgasnormen nicht mittragen. Hintergrund ist ein heftiger Streit zwischen den Unternehmen über die Frage, wie die Vorschläge der Kommission branchenintern umgesetzt werden.

BRÜSSEL. EU-Industriekommissar Günter Verheugen und EU-Umweltkommissar Stavros Dimas hatten im Februar beschlossen, den Kohlendioxidausstoß von Neuwagen ab 2012 auf durchschnittlich 120 Gramm pro Kilometer zu begrenzen. 130 Gramm sollen die Automobilhersteller durch „fahrzeugtechnische Verbesserungen“ bei ihren Modellen erbringen. Weitere zehn Gramm sollen durch flankierende Maßnahmen wie den verstärkten Einsatz von Biokraftstoff eingespart werden. Heute liegt der CO2-Durchschnittswert bei über 160 Gramm pro Kilometer.

Verheugen und Dimas hatten der Branche lediglich die Vorgabe gemacht, einen europaweiten Durchschnittswert von 130 Gramm pro Kilometer zu erreichen. Welcher Hersteller bei seiner Flotte wie viel Prozent CO2 einsparen muss, soll die Industrie selbst aushandeln, bevor die Kommission bis Mitte 2008 einen Gesetzentwurf vorlegen wird. Jetzt ringt der Dachverband ACEA um eine Formel, die den unterschiedlichen Interessen gerecht wird.

Eigentlich wollten die Vorstände der führenden europäischen Autobauer schon bei ihrer letzten ACEA-Sitzung am 30. April einen Schlüssel für die brancheninterne Verteilung der Lasten präsentieren. Doch die Verhandlungen sind nach Angaben aus Verbandskreisen ins Stocken geraten, weil die italienischen und französischen Produzenten mit den deutschen Herstellern keinen Kompromiss finden. So verlangen Marken wie Fiat und Peugeot eine CO2-Gutschrift für bereits geleistete Umweltanstrengungen.

Umgekehrt fürchten deutsche Hersteller wie Porsche und BMW, für ihre schweren, PS-starken Modelle überdurchschnittlich stark belastet zu werden. „Das ist ein knüppelharter Grabenkampf um Marktanteile und um die Verteilung der Kosten“, sagt ein an den Verhandlungen beteiligter ACEA-Verantwortlicher. Eine Einigung sei „im Moment sehr unwahrscheinlich“.

Führende EU-Beamte warnen den Automobilverband vor einer andauernden Fehde: „Wenn es der betroffenen Industrie nicht gelingt, geschlossen aufzutreten, kämpft im bevorstehenden Gesetzgebungsverfahren jeder gegen jeden“, verlautete aus der Kommission.

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